Gardelegen (gb). Das Mildewehr an der Unterführung des Vogelsanggrabens unter der Milde soll erneuert werden. Vier Sanierungsvarianten hatte ein Planungsbüro aus Neuruppin im September 2009 vorgelegt.

Zwar hatten sich die Fachausschüsse nicht auf eine der Möglichkeiten einigen können. Ein Gutachten habe in der Zwischenzeit allerdings ergeben, dass ein Neubau unumgänglich sei, so Bauamtsleiter Engelhard Behrends gestern auf Anfrage: "Der Beton ist zu marode." Darum komme nun tatsächlich nur ein Neubau und damit also die teuerste der vier Varianten infrage. Dafür habe das Bauamt den Planungsauftrag vergeben. Behrends: "Es gab dann nur eine Mitteilung im Ausschuss.".

Die Ausführungsplanung liegt seit wenigen Tagen vor. "Nun müssen wir prüfen", so Behrends – hinsichtlich der "prekären Finanzsituation der Stadt" vor allem natürlich die Möglichkeiten der Finanzierung der Baumaßnahme, die 286 000 Euro (240 000 Euro zuzüglich 46 000 Euro Planung) kosten soll.

Einen Großteil davon mit Landeszuwendungen "für Maßnahmen der naturnahen Gewässerentwicklung" zu fördern – wie zunächst gehofft - biete allerdings wenig Chancen, bedauert Behrends. Das habe ein Vor-Ort-Termin mit Experten des Landesverwaltungsamtes Bereich Hochwasserschutz ergeben: "Nun prüfen wir, ob wir über den Stadtumbau Ost fördern können." Geprüft werden soll zudem, ob sich der Forellenzuchtbetrieb Gahrns an den Kosten des Neubaues beteiligen müsse, so Behrends. Das Unternehmen betreibt derzeit die Anlage und entnimmt mit ihrer Hilfe auch Wasser für seine Aufzuchtteiche. Das soll indes nach dem Neubau nicht mehr der Fall sein. Das Wehr wird dann automatisch funktionieren, beziehungsweise von der Stadt und dem Unterhaltungsverband Milde/Biese bedient werden. Letzterer wird sich auch an den Sanierungskosten beteiligen. Die Zusage hatte der Verband bereits im vergangenen Jahr gegeben "und er steht auch nach wie vor dazu", so der Bauamtsleiter.

Neben dem Forellenzuchtbetrieb profitiere allerdings auch die Stadt von dem Wehr, erläutert Behrends. Denn die Anlage sei Teil des städtischen Hochwasserschutzkonzeptes, das vor rund zehn Jahren erstellt wurde.

Mit dem Mildewehr - dessen Erneuerung bereits seit 2008 umstritten ist - wird sich der Bauausschuss möglicherweise schon im Februar befassen.