Dass einzelne Schritte eines Feuerwehreinsatzes gerichtlich verwertbar dokumentiert werden sollten, hat nicht nur der Brand in Brüchau gezeigt, bei dem kürzlich ein Mensch ums Leben gekommen war. Die Führungsebene der Stadtwehr Kalbe nahm deshalb am Sonnabend an einer Software-Schulung teil.

Kalbe l "Diese Software dokumentiert die einzelnen Schritte eines Einsatzes so, dass alles gerichtsverwertbar ist", sagte Ralf Zilch. Er ist Mitarbeiter einer Firma, die spezielle Computerprogramme vertreibt. Programme, wie sie künftig auch im Einsatzleitwagen der Stadtwehr Kalbe zu nutzen sind.

Künftige Einsatzleiter müssen sich mit Programm auskennen

Denn dieser ist im Zuge der Risikoanalyse angeschafft worden, damit von dort größere Einsatzgeschehnisse koordiniert werden können. Der rot lackierte Transporter mutet an wie ein mobiles Büro. Denn er weist nicht nur Kommunikationselemente und entsprechendes Mobiliar, sondern eben auch umfassende Computertechnik auf. Wer die Software beherrschen will, braucht jedoch eine ordentliche Schulung. Und die gab es am Sonnabend im Gerätehaus.

Dort kamen neben Stadtwehrleiter Dagobert Scheffschick sowie den zuständigen Verwaltungsmitarbeiterinnen Renate Ahlfeld und Jana Liermann rund ein Dutzend Kameraden zusammen. Sie alle üben in ihrer jeweiligen Heimatfeuerwehr beziehungsweise sogar in der Stadtwehr leitende Funktionen aus. Zudem koordinieren sie immer wieder Einsätze. Und dafür steht ihnen nun eben das neue Fahrzeug zur Verfügung.

Auch wenn es im Gerätehaus Kalbe stationiert ist, so kann es in der gesamten Einheitsgemeinde genutzt werden, wie Dagobert Scheffschick immer wieder betont. Er hatte sich im Vorfeld vehement dafür eingesetzt, dass der Wagen trotz der angespannten Finanzlage der Stadt angeschafft wird. Immerhin war er bereits seit 2010 geplant. Im Januar dieses Jahres konnte er dann seiner Bestimmung übergeben werden.

Neben Kartenmaterial werden dort künftig auch Feuerwehrpläne für Schwerpunkt- objekte in der Einheitsgemeinde (zum Beispiel Schulen und Seniorenheime) mitgeführt.

Aber es ist eben auch von Bedeutung, dass Einsätze gleich vor Ort genau dokumentiert werden können. Das hat unter anderem der Brand in Brüchau gezeigt, bei dem am 11. April ein Mensch ums Leben gekommen war. Von einer Angehörigen, die den entscheidenden Hinweis auf den Aufenthaltsort des Mannes gegeben hatte, war das Vorgehen der Feuerwehr im Nachhinein kritisiert worden (Volksstimme berichtete).