Gardelegen (gb). "Der Fraktionschef" der Linken für den neuen Stadtrat "steht doch längst fest. Das ist Ralf Linow". Das behauptete gestern Stadtrat Sieghard Dutz.

Dutz bezieht sich mit seiner Aussage auf einen Artikel in der Volksstimme am Mittwoch, in dem von seiner Bewerbung um den Posten des Fraktionsvorsitzenden die Rede ist. Das allerdings sei längst vom Tisch, so Dutz. Er habe bereits in der konstituierenden Fraktionssitzung der Linken im Dezember "ein Schlusswort" gesprochen. "Ich werde nicht mehr als Vorsitzender kandidieren und auch in keinem Ausschuss mehr mitarbeiten", so der 55-Jährige.

Grund für diese Entscheidung sei das Verhalten von ehemaligen Fraktionskollegen. Als er bekannt gegeben habe, dass er sich um den Fraktionsvorsitz bewerbe, sei er massiv angegriffen worden. So habe ihm Ex-Stadtrat Andreas Höppner nach der Sitzung "eine Email geschrieben, in der er mir vorhielt, welche Eigenschaften ein Fraktionschef mitbringen müsste". Dies seien laut Höppners Auffassung insbesondere "eine Mitgliedschaft in der Partei, langjährige Erfahrungen als Kommunalpolitiker und Kommunikationsfähigkeit". Höppner habe ihm all dies abgesprochen. "Das erinnert mich doch stark an SED-Zeiten", so Dutz.

Kritische Töne per Email seien zudem von Ortsgruppenkollegin Monique Schuboth. gekommen. Geantwortet habe er den beiden, die sich während der jüngsten Stadtratswahl ebenso wie er um ein Mandat beworben hatten, bislang nicht. "Das werde ich auch nicht mehr tun", beteuert Dutz.

Schuboth und Höppner seien, ebenso wie Ex-Stadträtin Gudrun Gerecke, bei der Fraktionssitzung mit anwesend gewesen. "Dagegen habe ich normalerweise nichts", betont Dutz. Seiner Auffassung nach hätten sie sich allerdings aus den Überlegungen um den künftigen Fraktionsvorsitz heraushalten müssen.

Gefehlt hatte während des Fraktionstreffens im Dezember allerdings Roswitha Stadie – neben Dutz, Linow und Reinhard Hapke die vierte Stadträtin der Linken. Die Miesterin sei aber "sicher für Linow", vermutet Dutz.

Er weigere sich nun, an einem künftigen Wahlvorgang teilzunehmen, "wo so lange gewählt wird, bis es stimmt".

In der Fraktion will der Gardeleger indes "vorerst" bleiben.