Auf massive Verkehrseinschränkungen müssen sich die Verkehrsteilnehmer ab kommenden Montag, 19. Mai, in der Region Kalbe gefasst machen. Denn dann beginnt sowohl in Wernstedt als auch in Klein Engersen der grundhafte Ausbau der jeweiligen Ortsdurchfahrt.

Wernstedt/KleinEngersen l Seit Jahren warten die Wernstedter und die Klein Engersener auf den Ausbau ihrer Ortsdurchfahrten. Nun werden beide in Angriff genommen - und zwar gleichzeitig.

Wie das Landesverkehrsministerium gestern informierte, starten die Ausbaumaßnahmen bereits am kommenden Montag, 19. Mai. Und beide Ortsdurchfahrten werden dann unter Vollsperrung saniert. Der Verkehr wird jeweils über die Ortschaft Engersen zur Bundesstraße 71 und umgekehrt umgeleitet. Beide Maßnahmen sollen bis Ende September beendet sein. So sehen es die jetzigen Planungen vor.

Land investiert insgesamt rund 940000 Euro

Insgesamt investiert das Land als Straßenbaulastträger 940000 Euro, wobei es sich in beiden Fällen um Gemeinschaftsmaßnahmen mit der Kommune und dem Wasserverband beziehungsweise nur mit der Kommune handelt.

"Damit leisten wir einen weiteren Beitrag für die Erhaltung unseres Landesstraßennetzes", so Verkehrsminister Thomas Webel. Die vorhandene Infrastruktur auch für künftige Verkehrsbelastungen zu ertüchtigen, habe Vorrang beim Einsatz der knappen Mittel.

Besonders die Ortsdurchfahrt Wernstedt, die zur Verbindungsstrecke zwischen den beiden altmärkischen Kreisstädten Stendal und Salzwedel gehört, ist eine viel befahrene Straße. Sie wird auf einer Länge von 570 Meten grundhaft ausgebaut.

Wernstedter erkämpften den Ausbau via Petition

In besagtem Abschnitt besteht sie größtenteils noch aus Natursteinpflaster, weshalb es bei Lkw-Verkehr zu enormen Erschütterungen kommt, der die Anwohner um ihren Schlaf bringt und auch schon für Risse in den Häuserwände gesorgt hat. Aufgrund dieses unhaltbaren Zustandes hatten die Wernstedter vor einiger Zeit auch eine Petition an die zuständige Landesstraßenbaubehörde geschickt. Denn ursprünglich hatte diese geplant, erst einmal nur die Klein Engersener Ortsdurchfahrt in Angriff zu nehmen. Die befindet sich zwar auch in einem desolaten Zustand, hat aber nicht so ein hohes Verkehrsaufkommen zu bewältigen wie die Wernstedter Bahnhofstraße, wie die dortige Ortsdurchfahrt offiziell heißt.

Letztere werde von einer Bietergemeinschaft aus der Region grundhaft ausgebaut, wie es gestern aus dem Landesverkehrsministerium hieß. Diese werde die Fahrbahn auf sechs Meter verbreitern und asphaltieren. Zudem enstünden neue Rad- und Gehwege, eine Haltebucht für Busse und neue Entwässerungsleitungen. Auch die Vorflut werde entsprechend angepasst. Die Stadt, die für die Nebenanlagen verantworlich zeichnet, investiert 314000 Euro, der Wasserverband Gardelegen rund 4000 Euro.

In Klein Engersen wird die Ortsdurchfahrt hingegen auf einer Länge von rund 300 Metern ausgebaut. Dort wird die Straße auf etwa 6,50 Meter verbreitert, wobei bei den Gehwegen lediglich eine Anpassung und kein Neubau erfolgt. Zu dieser Maßnahme, für die eine regionale Firma den Zuschlag erhalten hat, schießt die Stadt Kalbe 90000 Euro dazu. Der Wasserverband Gardelegen ist in Klein Engersen nicht involviert.

Anliegerversammlungen in beiden Orten erfolgt

Welche Belastungen, vor allem finanzieller Art, dort und in Wernstedt auf die Anlieger zukommen, das wurde in dieser Woche im Zuge von nichtöffentlichen Versammlungen geklärt (Volksstimme berichtete). Dabei erfolgten auch Absprachen zum Bauablauf.

Die Wernstedter Ortsdurchfahrt ist Bestandteil der Landesstraße 21, die sich von Bismark über Neuendorf am Damm bis zur Bundesstraße 71 in Richtung Kakerbeck erstreckt. Die Klein Engersener Ortsdurchfahrt gehört hingegen zur Landesstraße 12, die in Drüsedau an der Bundesstraße 189 beginnt und die über Lückstedt und Brunau bis nach Wiepke an der Bundesstraße 71 führt.