Gardelegen/Zienau l Seine Geduld ist am Ende. In den vergangenen acht Wochen musste Revierförster Siegfried Wolf dreimal einen Lkw des Altmarkkreises Salzwedel anfordern, der Müll aus dem Wald abtransportiert, den andere dort ganz gezielt entsorgen.

Fußmatten, ein auffällig beschrifteter Fahrzeughimmel, die Stoßstange eines VW, Innenverkleidung eines Corsa, Lautsprecher und Teppiche lagen direkt an einem Waldweg, der gut erreichbar ist. Die Kleinteile waren verpackt in blaue Säcke, die großen Teile lagen so im Wald. "Ich habe gedacht, mir bleibt das Herz stehen, als ich das sah", so Wolf entsetzt. Nicht zum ersten Mal musste er am sogenannten Zienauer Triftweg an der B-71-Abfahrt nach Zienau Müll entsorgen. Beim vergangenen Mal kam der Lkw mit Ladekran, weil ein Reifen mit Felge einer landwirtschaftlichen Spezialmaschine im Gebüsch lag. Nicht weit entfernt fand Wolf vier Vordersitze eines Opel Corsa, dazu wieder Innenverkleidung. Richtige Berge von Fahrzeugmüll seien es in den vergangenen Jahren gewesen, dazu Elektroschrott. "Ein schwimmender Kühlschrank im Teich war auch schon dabei", so Wolf kopfschüttelnd.

Wenige Meter neben der aktuellen Müllstelle lagen drei große Treckerreifen, "die waren vergangene Woche noch nicht da", so Wolf. Bei diesem Müllfund rief der Förster das erste Mal die Polizei. "Es reicht einfach, es nimmt überhand - und die Entsorgung zahlt die Allgemeinheit."

Richtige Schwerpunkte gebe es im Revier Zienau. Einmal sei dies der Triftweg, dann der Rote Weg gegenüber von Waldhaus Forst sowie ein Waldweg bei Kloster Neuendorf am Bahnhof. "Wege, die mit Fahrzeugen gut zu erreichen sind, aber abseits liegen", seien immer wieder betroffen, berichtete der Förster. Häufig finde er auch Asbest, einfach abgelegt, als wenn das Gras des Waldes darüberwachsen solle.

Als er noch im Dienst war und mit Schülern Waldbegehungen machte, zeigte er ihnen auch stets die ganzen Müllhaufen im Wald. Geändert hat sich an den Müllbergen in all den Jahren nichts.

An einer Stelle im Zienauer Forst lag aktuell ein zusammengebundener, kaputter Fahrradschlauch, unzählige kleine Plastik-Blumentöpfe verteilt über viele Quadratmeter, Glasflaschen, Büchsen.

Wolf setzt darauf, dass die Bevölkerung mithilft, Müllentsorger zu finden. "Niemand darf den Wald befahren, außer er hat eine Berechtigung wie Jäger, Waldarbeiter oder Eigentümer", betont der Förster.

Illegales Fahren im Wald

Nicht, dass grundsätzlich verdächtig sei, wer am Waldrand anhalte, um kurz zu verschwinden, betonte Wolf. Auch beim aktuellen Fall hofft er, dass der oder die Täter vielleicht gefasst werden können, auch wenn die Polizei, die vor Ort war, nur wenig Hoffnung machen konnte. Da wird wohl das vierte Mal der Lkw in diesem Jahr anrücken, um den Müll anderer Leute aus dem Wald zu fahren.

Bilder