In diesem Jahr soll es nun endlich mit den lange erwarteten Umbau- und Sanierungsarbeiten an der Astrid-Lindgren-Grundschule losgehen. Dazu werden die derzeit genutzten Gebäude leer gezogen und ein Ersatzquartier bezogen. Vertreter des Landesverwaltungsamtes und Mitarbeiter aus dem Kalbenser Rathaus haben sich am Donnerstag mögliche Objekte angeschaut.

Kalbe. Mehrere Gebäude standen auf der Liste möglicher Ausweichquartiere, die alle am Donnerstag besucht wurden. Am Ende habe es "eine Fokussierung auf den sogenannten Neubau" – straßenbegleitend an der Westpromenade gelegen – gegeben, erklärte Bürgermeister Karsten Ruth auf Nachfrage. Beim gemeinsamen Besuch aller Objekte sei es "um eine neutrale Vorstellung" der Gebäude gegangen, die für die Alternativbeschulung während der Bauzeit geeignet wären. Die jetzige Bibliothek – perspektivisch soll sie im Kulturhaus ihren Platz finden – stand ebenso auf der Liste wie der Hort komplett, das Schulgartengebäude, das Werkengebäude und Räume bei der Feuerwehr. An der Besichtigung nahmen zwei Mitarbeiter vom Landesverwaltungsamt sowie Mitarbeiter von Bauamt und Hauptamt, Bürgermeister Karsten Ruth, Schulleiterin Heike Pick, Sozialausschussvorsitzende Sigrun Kämpfer und Verwaltungsmitarbeiter Uwe Wolff teil.

Gesucht wurde ein geeignetes Objekt, das während der Bauzeit – geplant sind dafür derzeit zwei Jahre – die Grundschüler aufnimmt. Das Haupthaus und der Nebenbau der Lindgren-Grundschule sollen komplett leer gezogen werden. Einerseits wegen der Sicherheit der Kinder, andererseits, um so wenige Baueinschränkungen wie möglich zu haben, erklärte Karsten Ruth. Ziel der Besichtigungstour am Donnerstag war es, mit allen Beteiligten eine Antwort zu suchen auf die Frage: Könnt ihr euch den Schulbetrieb hier vorstellen? Am Ende habe es dann eine eindeutige Empfehlung für den sogenannten Neubau gegeben, fasste der Bürgermeister zusammen.

Nun werden sich der Stadtrat und dessen Ausschüsse mit dem Vorhaben beschäftigen müssen. Denn das Ausweichquartier muss entsprechend hergerichtet werden, "mit erheblichem finanziellen Aufwand", sagte Karsten Ruth. Der Umzug könnte noch im Frühjahr erfolgen, denn der Baubeginn für die ersten Arbeiten an der Grundschule ist für April, Mai geplant. Mit dem Umbau- und Ausbau des 100 Jahre alten Schulgebäudes soll unter anderem die räumliche Situation verbessert werden. Der Altbau soll saniert und ein Anbau gebaut werden. Außerdem soll der Schulhof umgestaltet werden.

1,9 Millionen Euro Fördergeld sollen in das Projekt fließen, weitere 500 000 Euro wird die Stadt beisteuern. Bis 2013 muss das Fördergeld investiert sein. Die Planung orientiert sich am pädagogischen Konzept für die Grundschule, auf dessen Grundlage die Fördermittel bewilligt worden waren. Unter anderen sind umfangreiche Brandschutzmaßnahmen vorgesehen. Zudem soll ein großzügiger Sanitärbereich für die Schüler entstehen – im Altbau gibt es derzeit keine Schülertoilette. Die weiteren Pläne: Der Anbau parallel zur Schulstraße soll abgerissen und durch einen Haupteingang mit einem dem Schulbau angemessenen Portal ersetzt werden. Abgerissen werden auch der Flachbau und der Werkraum. An der Südseite des Schulhauses soll ein moderner, 35 Meter langer Anbau mit einem Flachdach, das drei Lichtkuppeln enthält, und einer etwas erhöhten, 121 Quadratmeter großen Aula erfolgen. Im Anbau sollen unter anderem vier Klassenzimmer, der Werkraum, der Kreativraum und die Haustechnik untergebracht werden. Die einzelnen Klassenzimmer sollen jeweils einen Ausgang zum Hof erhalten. In der Aula soll es eine Ausgabe für das Mittagessen geben. Sie soll aber auch für Veranstaltungen genutzt werden. Der Schulhof wird mit einem Kombiballplatz mit Kunststoffoberfläche und Ballzaun sowie Spielplatz und Ruhebereichen gestaltet. Die vorhandenen Bäume sollen erhalten bleiben. Erhalten bleibt auch die Pausenhalle auf der Südseite des Geländes.