Seit 20 Jahren ist Hannelore Schwarzlose für Senioren aktiv. Die Volksstimme-Leser wählten sie daher zu ihrer "Heldin von nebenan". Als Preis bekam die Potzehnerin gestern einen Präsentkorb und einen Blumenstrauß von der Volksstimme. Die gebürtige Miesterhorsterin lebt seit 1952 in Potzehne. Sie brachte sich seither auf vielfältige Weise ins Dorfleben ein.

Potzehne. Hannelore Schwarzlose war die Freude anzusehen: Mit einem strahlenden Lächeln nahm sie den Präsentkorb und die Blumen der Volksstimme entgegen. Unsere Leser hatten sie zur "Heldin von nebenan" gewählt.

"Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet", berichtete die rüstige 69-Jährige gestern. Erster Gratulant war Ortsbürgermeister Peter Kapahnke, "der die Werbetrommel gerührt hatte", sagte Schwarzlose. Aber auch Pfarrer Albrecht Warweg, mit dem Schwarzlose über Jahre hinweg die Seniorennachmittage in Potzehne organisiert hatte, rief an, um ihr zu gratulieren. Dabei zeigte sich Schwarzlose bescheiden: "Es gibt so viele, die das genauso machen wie ich", sagte sie.

Wieso sie sich seit Jahren für die Senioren engagiert? "Es macht mir einfach Spaß, und den Senioren macht es auch Spaß", begründete sie.

Die gebürtige Miesterhorsterin lebt seit 1952 in Potzehne. Mit drei Brüdern und zwei Schwestern in einer Melkerfamilie aufgewachsen, absolvierte sie nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zur Facharbeiterin für Landwirtschaft. In diesem Beruf war sie bis zur politischen Wende tätig. Und schon damals hatte sie sich in Potzehne engagiert – beispielsweise als Wahlhelferin oder im Organisationsteam für Volksfeste.

Nach der Wiedervereinigung wurde Hannelore Schwarzlose als ABM-Kraft für die Senioren- und Jugendarbeit in Potzehne eingesetzt. Nach diesem Jahr entschied sie sich, die Seniorenarbeit ehrenamtlich weiterzuführen. Aber auch als Kassiererin im Potzehner Freibad war sie aktiv. Ihre Tätigkeit ging darüber weit hinaus. Zu ihren Aufgaben gehörte unter anderem, das Freibad sauber zu halten. Und sie habe immer auch ein Auge auf die Kinder gehabt, die im Freibad einen Großteil der Sommerferien verbracht hätten. "In all den Jahren hat es keinen einzigen Badeunfall gegeben", berichtete sie. Mit Wehmut dachte Schwarzlose gestern an die Schließung des Bades im vergangenen Jahr. Sie hofft, dass sich die Pforten des Freibades in diesem Jahr wieder für die Badegäste der Region öffnen. Gern hätte sie weiter als Kassiererin im Freibad gearbeitet.

Wenn die Potzehnerin einmal nicht im Dienst der Senioren unterwegs ist, unternimmt sie mit Freundinnen gern Radtouren, die immer mit einem gemütlichen Picknick beispielsweise an der Ohre verbunden werden. Der ganze Stolz von Hannelore Schwarzlose ist ihr Enkel Marlon. Der Zweijährige wohnt gemeinsam mit seinen Eltern im selben Haus. Und alle genießen es, mittags von der Oma bekocht zu werden. Ehemann Ernst-Helmut geht gern zum Angeln und kümmert sich um den Garten. So habe jeder seine Hobbys. Und im nächsten Jahr feiert das Ehepaar goldene Hochzeit.

Beide dankten gestern allen, die Hannelore Schwarzlose bei der Volksstimme-Aktion zur "Heldin von nebenan" gewählt hatten. "Das hat sie wirklich verdient", fand auch Ernst-Helmut Schwarzlose. Und die Volksstimme-Leser sahen das offenbar genauso.