Jeseritz (cbd). "Paulinchen war allein zu Haus... ." Wer die Geschichten aus dem Struwwelpeter kennt, weiß, wie verhängnisvoll das Experiment von Paulinchen ausgegangen ist. Auch die Mädchen und Jungen der Jeseritzer Kinderfeuerwehr erfuhren am Sonn-abend anhand einer Geschichte, wie gefährlich Feuer ist. Die Leiterin der Jeseritzer Kinderfeuerwehr, Anja Wendorff, erzählte den Kindern zunächst die Geschichte zweier Jungen, die zu Hause gekokelt hatten und damit ein ganzes Haus in Brand setzten. Einige der Mädchen und Jungen der Jeseritzer Kinderfeuerwehr sagten, sie durften schon einmal zusammen mit ihren Eltern kokeln. Und Wendorff mahnte die Kinder am Sonnabend immer wieder eindringlich, dass sie nur unter Aufsicht ihrer Eltern kokeln dürften.

Im Verlauf des ersten Dienstvormittages der Jeseritzer Grisus im neuen Jahr lernten die Kinder auch die Vor- und Nachteile von Feuer kennen. Richtig sagten sie, dass Feuer Wärme und Licht spende und im Adventskranz in Form von Kerzen auch Freude erzeuge. Aber auch, dass von Feuer Gefahr ausgeht, wussten die Kinder schon. Verletzungen durch große Hitze können die Folge sein.

Kinder entzündeten Streichhölzer

Und was kann in einem Kinderzimmer alles brennen? Richtig zählten die Kinder Bettzeug, Schränke, Teppiche und anderes mehr auf. Außerdem wussten sie bereits, dass Metall weniger schnell brennt. Im Zusammenhang damit besprachen die Kinder zur Wiederholung außerdem das richtige Verhalten im Brandfall: Auf den Boden legen, da Rauch nach oben steigt, und krabbelnd das Zimmer verlassen, die Tür schließen und Spalten an den Rändern abdichten, damit das Feuer keinen Sauerstoff bekommt, und natürlich die Feuerwehr rufen oder einem Erwachsenen Bescheid geben.

Um den Kindern zu veranschaulichen, wie schnell sich Feuer ausbreitet und wie schnell bestimmte Stoffe brennen, stand im Anschluss an den theoretischen Teil ein anschaulicher Teil vor dem Gerätehaus an. Die Kinder schauten sich an, wie schnell Papier, Holz, Plastik und Metall in Brand geraten – immer mit dem Hinweis von Anja Wendorff darauf, dass das genauso in den Kinderzimmern der Mädchen und Jungen geschehe, wenn sie dort kokeln würden. Außerdem durften die Kinder unter Anleitung Streichhölzer entzünden. "Wir machen das lieber hier, bevor sie es zu Hause allein ausprobieren", sagte Wendorff.

Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, übten die Kinder noch einmal, einen Notruf abzusetzen. Dann war der erlebnisreiche Dienstvormittag der Jeseritzer Grisus beendet.