Mit einem dreitägigen Fest hat die Kalbenser Ortsfeuerwehr ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert. Das Programm, das die Kameraden dafür auf die Beine gestellt hatten, war beeindruckend.

Kalbe l 125 Jahre Feuerwehr Kalbe: Und einer ist bereits seit 1949 dabei. Für 65 Jahre Mitgliedschaft in den Reihen der Brandschützer erhielt Ernst-Werner Freitag eine besondere Auszeichnung - und wurde am Freitagabend mit stehenden Ovationen von seinen Kameraden gefeiert (mehr zu Ehrungen in einer nächsten Ausgabe).

Aber nicht nur von denen. Denn zur offiziellen Festveranstaltung, die in einem großen Zelt auf dem Gerätehaushof stattfand, waren etliche Gäste erschienen, darunter Landrat Michael Ziche und Katrin Vagel, Brandschutzreferentin im Landes-Innenministerium. Und sie, die sich an eine Zeit erinnern konnte, als es in der Stadt noch ein feuerwehrtechnisches Zentrum gab, sagte: "Kalbe war beim Brandschutz immer eine tragende Säule in der Altmark - und darüber hinaus."

Auch heute zähle die Feuerwehr zu den 23 Prozent im Altmarkkreis Salzwedel, die rund um die Uhr einsatzbereit seien. Das machte der Landrat deutlich. Und Bürgermeister Karsten Ruth ergänzte: "Sie ist das Synomym für Verlässlichkeit. Und Eigenschaften wie Selbstlosigkeit und Souveränität im Umgang mit der Technik", wofür die Feuerwehr ebenfalls stehe, "werden vom Bürger sehr wohl wahrgenommen."

Dass aber auch bei einer so versierten Truppe wie den Kalbenser Brandschützern nicht immer alles nach Plan läuft, das machte Wehrleiter Ramon Rulff in einer launigen Eröffnungsrede deutlich. So hätten zum Beispiel mal zwei Kameraden Bombenalarm ausgelöst, weil sie einen hölzernen Bettpfosten, der in der Milde gelegen habe, für einen Blindgänger gehalten hätten. Unvergessen sei auch, dass die unzureichend verschlossene Feuerwehr-Gulaschkanone bei einem Transport mal mehrere kleine Böschungsbrände entlang der Landstraße ausgelöst habe. Und als auf dem Gerätehaushof einmal ein Schwein gegart worden sei, hätten besorgte Bürger ob der Rauchentwicklung Alarm ausgelöst.

Auch solche Begebenheiten, so Rulff, der zudem an 180 echte Einsätze in den vergangenen fünf Jahren erinnerte, zeigten: "Unsere Feuerwehr hat Geschichte. Und es liegt in unserer Hand, sie fortzuschreiben."

Amüsant wurde es auch im Anschluss, als eine Auswahl der Kinder-, Jugend- und aktiven Feuerwehr einen Tanz in John-Travolta-Manier auf die Festzeltbretter brachte. Die Aktion wurde vom großen Rest der Anwesenden frenetisch bejubelt - und endete in einer Polonaise.

Zu späterer Stunde gab es dann auch etwas zu lachen, als Erna Schmidtke-Hübenstein alias Komödiantin Josefine Lemke auftrat. Die erklärte zum Beispiel: "Die Feuerwehr braucht kein Navi. Ihre Kunden geben Rauchzeichen."

Mit einem Tag der offenen Tür am Sonnabend ging das Jubiläumsfest dann in die nächste Runde. Die Feuerwehr präsentierte dazu nicht nur ihre gesamte Technik, sondern zeigte in spektakulären Schauvorführungen auch, wie sie im Ernstfall vorgeht. Außerdem hielt sie jede Menge Angebote für das leibliche Wohl sowie Kinderbelustigungen bereit - und fand es deshalb umso bedauerlicher, dass die Anzahl der Besucher doch etwas hinter den Erwartungen zurückblieb. Erst am Abend, als DJ Norman Kühl im Zelt für Stimmung sorgte, änderte sich dies wieder.

Das Fest endete gestern mit einem musikalischen Frühschoppen, bei dem das Duo "Na und?!" die Gäste unterhielt. Außerdem wurden diese mit Schlachteplatte und dem selbst gebackenen Kuchen der Feuerwehrfrauen verwöhnt.

@066n TwitterCo.:Bilder unter www.volksstimme.de/gardelegen

   

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