Das Ziel steht: Zum Gardeleger Stadtjubiläum im Jahr 2016 soll das Modell der Altstadt fertig sein. Für Helfried Schmelzer bedeutet dies noch viel Arbeit.

Gardelegen l Haus für Haus nimmt die Gardeleger Altstadt Gestalt an. Überlieferungen nach soll es um 1620 innerhalb der Stadtmauer knapp 500 Häuser gegeben haben. "Etwas mehr als 300 sind schon fertig", berichtete Helfried Schmelzer am Mittwoch seinen Gästen. Denn der Modellbauer hatte Bürgermeister Konrad Fuchs, Stadträte und Vertreter von Unternehmen eingeladen, um den aktuellen Stand seines ehrgeizigen Projektes vorzustellen. Die Öffentlichkeit wird dazu am 3. Oktober Gelegenheit bekommen beim Tag der offenen Tür in der Werkstatt.

Dort steht die große Grundplatte, darauf die fertigen Gebäude, die er bei sich daheim baut und dann in der Werkstatt zusammensetzt. Allein in den vergangenen Wintermonaten hat er 138 Häuser geschafft, und nebenbei weiter zur Geschichte der Gebäude recherchiert und am Computer die Modellbaupläne entworfen. Neu in den vergangenen Monaten entstanden sind zum Beispiel die Nikolaikirche - daneben ist sogar eine Beerdigung zu sehen, vorgenommen von einem Franziskanermönch - und die Häuser am Holzmarkt. Bis Oktober möchte Helfried Schmelzer den Goldenen Ring fertig haben.

"Das Modell ist wie ein Kind, man sieht es wachsen", sagte der begeisterte Modellbauer, der dieses Hobby seit Kindertagen ausübt. Wachsen soll das Modell auch um einen Anstelltisch, auf dem das Gut Isenschnibbe seinen Platz findet. Doch allein mit den Wohnhäusern ist es nicht getan. Am Ende werden es rund 900 große und kleine Gebäude im Maßstab 1:200 sein, die das alte Gardelegen zeigen. "Denn es gab auch viele Nebengelasse wie Schuppen und Ställe", erklärte Helfried Schmelzer.

Bis zum Jahr 2016 soll das Modell komplett sein, denn dann feiert Gardelegen 820 Jahre urkundliche Ersterwähnung. Die Stadt sei schon interessiert, das Modell zu übernehmen, versicherte Konrad Fuchs: "Es müssen aber zwei Fragen beantwortet werden: Wo stellt man es hin? Wie finanziert man es?" Das Museum eigne sich nicht, denn in dem ehemaligen Wohnhaus biete kein Raum ausreichend Platz für das große Modell, sagte der Bürgermeister.

Wer nicht bis zum Tag der offenen Tür warten möchte, um sich das Modell anzuschauen, kann sich gern für eine Führung anmelden. Möglich ist das in der Tourist-Information im Salzwedeler Tor. "Ob Wochentag oder Wochenende, die Zeit ist egal", lädt der Modellbauer ein. Ende Juni erwartet Helfried Schmelzer zum Beispiel die Mitglieder des Jävenitzer Heimatvereins, im Juni kommen auch Gäste aus Paris. Die kennt der Modellbauer seit Jahren, weil sein Spezialgebiet die Napoleonischen Befreiungskriege und besonders die Schlacht von Waterloo sind.

   

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