Er war immer für den Verein da - deshalb soll sich von nun an jeder im Verein an ihn erinnern, der den Sportplatz betritt. Der SV Heide Jävenitz enthüllte am Freitagabend am Vereinsheim eine Gedenktafel für Sportsfreund Johannes Bieneck, der im vergangenen Jahr verstarb.

Jävenitz l "Er hat immer die Fahnen für den Verein hoch gehalten, war lange Jahre Schiedsrichter, er hat unsere Bücher geführt, er war immer da", sagt Jörg Nielsen. Der Mann, von dem der Vorsitzende des SV Heide Jävenitz da spricht, ist Johannes Bieneck. Mehr als 60 Jahre war der Jävenitzer Mitglied des Sportvereins und viel mehr als das; Bieneck war die gute Seele der Sportler, einer der zufasste, wenn es nötig war, einer, dem man nicht erst sagen musste, wenn es etwas zu tun galt. Im vergangenen Mai war Bieneck 84-jährig gestorben. Seit Freitag erinnert nun eine Gedenktafel mit seinem Bild am Jävenitzer Sportlerheim an den einstigen Vereinskameraden.

Als sie enthüllt wird, sind neben vielen Sportlern an diesem Abend auch Bienecks Tochter Marika Ebneter, Schwiegersohn Peter Ebneter und seine Frau Herta dabei. Für alle drei ein bewegender Moment, versichert Herta Bieneck gerührt: "Ich habe mich sehr darüber gefreut und danke dem Verein dafür herzlich." Ihre Tochter habe ihr zugeflüstert: "Das hat er einfach verdient."

Und das kann Herta Bieneck nur bestätigen. Denn ihr Mann habe für den Verein gelebt. "Der Sportplatz war sein zweites Zuhause, ach, das war sein Zuhause. Fast jeden Tag war er dort." Bieneck organisierte und packte an, auch und besonders in den harten Anfangsjahren, wo überall das Geld fehlte.

"Hannes war wirklich ein ganz feiner Mensch, selbstlos und immer für andere da."

Konrad Fuchs

Mitglied des SV Heide Jävenitz wurde Bieneck nämlich bereits im Jahr 1950. Und selbst da war er schon sieben Jahre als Geräteturner im Männer-Turn-und Sportverein des Dorfes aktiv. Auch an seinen ersten Wettkampf erinnert sich Herta Bieneck noch. Das war 1953. "Da hat er den 19. Platz belegt", sagt sie schmunzelnd.

Aber ohnehin ging es dem Jävenitzer wohl immer mehr um die Gemeinschaft als um persönliche Erfolge. So führte Bieneck mehr als fünf Jahrzehnte die Kassenbücher des Vereines, wechselte später in den Mannschaftssport und spielte fortan Fußball. 752 aktive Spiele bestritt der Jävenitzer. 1975 wurde er sogar Fußball-Abteilungsleiter und seit 1959, nach Abschluss der Schiedsrichterprüfung, stand Bieneck zudem als Linien- und Schiedsrichter zur Verfügung. Insgesamt 665 Mal, sagt seine Frau Herta stolz.

Und an einige dieser Male kann sich auch Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs noch gut erinnern: "Als ich anfing, war er schon bei den alten Herren, er hat mich als jungen Studenten öfter mal mitspielen lassen", sagt Fuchs schmunzelnd. "Und er hat mich auch dazu gebracht, Schiedsrichter zu werden." Jahrzehntelang habe sich Bieneck stets um die Belange der Mannschaften gekümmert, bestätigt Fuchs: "Hannes war ein ganz feiner Mensch, selbstlos und immer für die anderen da."

Das wussten natürlich auch seine Vereinskameraden. Davon zeugen die zahllosen Auszeichnungen, die Johannes Bieneck erhielt. Die erste Ehrennadel des DFB bekam er bereits 1972, eine der letzten von vielen Medaillen und Ehrungen wurde ihm 2010 zuteil. Da wurde Bieneck nämlich die Ehrenmedaille des Landessportbundes Sachsen-Anhalt überreicht.

Die letzte Ehre erwiesen dem Sportler im Juni 2013 viele Menschen bei seiner Beisetzung. Seit Freitag nun werden sich seine Freunde, Sportler und Vereinskameraden noch öfter an ihn erinnert - immer dann nämlich, wenn sie auf die Gedenktafel für Johannes Bieneck schauen.