15 junge Frauen und Männer, die Internationales Management an der Europa-Universität Frankfurt/Oder studieren, haben sich zwei Tage lang in der Künstlerstadt Kalbe aufgehalten. Einer von ihnen, Lukas Schäfer, schreibt sogar seine Bachelorarbeit über dieses Projekt und dessen Standortfaktoren.

Kalbe l "Diese kleine Stadt ist wirklich hochromantisch", sagt Albrecht Söllner und blickt sich interessiert im Kalbenser Wohngebiet "Pottkuchen" um. Söllner ist Professor an der Europa-Universität Frankfurt/Oder, wo er den Studiengang Internationales Management betreut. Mit 15 seiner Studenten hat er eine Einladung von Künstlerstadt-Initiatorin Corinna Köbele angenommen. Die Gruppe hält sich zwei Tage lang in der Milde-Stadt auf. "Wir machen hier ein inhaltliches Seminar, bei dem alle ihre Projekte vorstellen", so Söllner.

Eines der Projekte befasst sich mit Köbeles Idee, mithilfe von Kunst "Fülle in die Hülle" zu bringen. Student Lukas Schäfer hat sich des Themas angenommen und schreibt darüber nun seine Bachelorarbeit.

Kunst als Magnet

"Als Berliner weiß ich, dass Kunst ein Magnet für Jung und Alt ist. Und ich fand die Idee interessant, damit der Abwanderung entgegenzuwirken, die ja ein großes Problem für die neuen Bundesländer ist", so der 26-Jährige. Er wird in Zukunft wohl noch häufiger nach Kalbe kommen, um dort Erfahrungen zu sammeln und diese dann in seiner Bachelorarbeit unterzubringen. Er will dafür vielleicht den zweiten Sommercampus nutzen, der am 26. Juli beginnt und in dessen Rahmen erneut Kunststudenten unterschiedlicher Fachrichtungen den Ort bevölkern werden.

Auch Albrecht Söllner findet die Idee der Künstlerstadt absolut spannend und berichtet gegenüber der Volksstimme, wie er überhaupt darauf gestoßen ist. Demnach war via Internet ein Praktikant für das Kalbenser Projekt gesucht worden. "Ich habe daraufhin Corinna Köbele zurückgerufen und wir sind gleich sehr nett ins Gespräch gekommen. Sie hat zur mir gesagt: Kommen Sie doch mit Ihrem Bachelorkurs vorbei. Und die Studenten fanden die Idee klasse und sind selbstständig angereist," erzählt der Professor. Zudem habe Köbele ihn angeregt, doch eine Abschlussarbeit zum Thema Künstlerstadt zu vergeben, weil es sich super mit der Frage des Standortwettbewerbes verbinden ließe. "Alle Studenten sind ja heiß auf kreative Ideen. Und Lukas Schäfer hat zugegriffen", berichtet Söllner lächelnd.

Er und seine Studenten nächtigen kostenfrei in den Stipendiatenwohnungen, die demnächst wieder für den Sommercampus genutzt werden. Für das Seminar hat die Kirchengemeinde ihren Raum an der Pfarrstege bereitgestellt - ebenfalls kostenfrei. Und auch Hobbyhistoriker Henning Krüger hat sich nicht lange bitten lassen, als es darum ging, die Studenten und ihren Professor durch Kalbe zu führen. Gestern hat ihnen dann sogar noch Vize-Bürgermeisterin Ingrid Bösener einen Besuch abgestattet. "Alle sind hier sehr gastfreundlich", so Söllner. Und nicht nur er ist in den vergangenen Tagen zum Kalbe-Fan geworden.

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