Wer am Pfingstmontag anlässlich des internationalen Mühlentages in Wiepke vorbeischaute, machte gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit. Neben einem Blick in die antike Wassermühle war auf dem Mühlenhof wieder traditionelles Handwerk zu erleben.

Wiepke l Sven Mai-Renner drehte sich am Montagnachmittag in Wiepke selbst einen Strick - und zwar aus Hanf. "Ich wollte das schon immer mal probieren", verriet der Wernstedter gut gelaunt. Die Gelegenheit dazu bekam er beim Mühlentag in Wiepke. Und Hilfe gab es von Seiler Jürgen Wels, der extra aus Großderschau in Mecklenburg-Vorpommern angereist war.

Aber auch Erika und Horst Rackow hatten einen weiten Anfahrtsweg auf sich genommen, um sich von den altmärkischen Besuchern über die Schulter schauen zu lassen. Der Restaurator alter Webstühle und seine webeerfahrene Frau zeigten nämlich, wie der Webstuhl in der Scheune der Reichwaldschen Wassermühle funktioniert - und das gleich ganz praktisch.

Handwerker wie Filzer, Wollfärber, Korbmacher, Drechsler oder Schnitzer zeigten am Montag ihr Geschick. Und bei einigen konnten die Waren nicht nur erworben, sondern sogar selbst hergestellt werden.

Selbst kosten durften die Gäste schließlich bei Imkerin Anke Zenker. Allerdings musste man acht geben: Neben den süßen Produkten aus den verschiedensten Blütenstaubarten hatte die Beetzendorferin auch gefährliche Kost, wie zum Beispiel getrocknete Fliegenpilze, im Angebot.

Gruselig mutete dann zunächst auch der vermeintliche Friedhof im Mühlengarten an. Der, so erklärte ein Schild dem Näherkommenden, war aber nur ein Denkmal für das Steinmetzhandwerk.

Süß, absolut ungefährlich, aber auch mit gewissem Suchtpotential war dagegen wieder das verlockende Kuchenangebot des Mühlenvereines, der das Fest gemeinsam mit Müller Friedrich-Wilhelm Gille vorbereitet hatte.

Für den guten Ton bei Kaffee und Kuchen oder wahlweise würzigen Schmalzbroten und einem kühlen Pils sorgten der Musikzug der Miester Feuerwehr und auch der Shantychor der Gardeleger Marinekameradschaft.

Zwischendurch gab es - passend zu den alten Handwerkskünsten ringsum - auch noch einmal eine Kostprobe mittelalterlicher Musik, die Frank Kullmann, Henry Demuth und Andreas Weps aus Börgitz mitgebracht hatten.

So wurde die Zeitreise für die Gäste - hunderte waren es auch in diesem Jahr - fast zu einer perfekten Illusion.

   

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