Die Mitglieder der Milchkon-trollvereine Gardelegen/Haldensleben und Klötze haben gestern während der Jahreshauptversammlung den Zusammenschluss der beiden Vereine bestätigt. Den Vorstand des fusionierten Vereines bilden die Vorstandsmitglieder der beiden getrennten Vereine. Sie bleiben bis zur nächsten Wahl im Amt, bestätigten die Mitglieder per Handzeichen.

Jerchel. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte der Vorsitzende des Klötzer Milchkontrollvereines, Raimund Punke, gestern während der Jahreshauptversammlung in der Jercheler Gaststätte Zur Tanne. Schließlich seien sich die Vorstandsmitglieder des Klötzer Milchkontrollvereines aber einig geworden, dass ein Zusammenschluss mit dem Milchkontrollverein Gardelegen/Haldensleben notwendig sei. Denn bei schwindenden Mitgliederzahlen im Klötzer Milchkontrollverein werde es künftig immer schwieriger, die finanzielle Selbstständigkeit zu erhalten. Punke betonte, dass die sinkende Mitgliederzahl nicht mit einer schlechten Vereinsarbeit, sondern mit den schlechten Milchpreisen zu begründen sei.

Kritisch merkte er an, dass den Landwirten gesagt worden sei, sie müssten sich einschränken, weniger Milch produzieren und die Tierbestände senken, damit sich der Milchpreis erhole. Viele Landwirte hätten ihre Produktion zwar auch eingestellt. Die Herden seien aber lediglich verkauft und nicht aus der Produktion genommen worden. Dennoch habe sich der Milchpreis inzwischen wieder erholt. "Und wir sind nicht unglücklich über den jetzigen Milchpreis von 33 Cent", sagte Punke. Insgesamt hätten seit 2008 ein Drittel der Betriebe im Bereich Klötze die Produktion eingestellt. Und wer die Produktion einmal aufgegeben habe, der fange nicht wieder an, war Punke überzeugt.

Bislang hätten sich die Klötzer eher in Richtung Salzwedel orientiert. Aber Gardelegen sei ebenfalls ein starker Verein und erreiche mit dem Zusammenschluss etwa die gleiche Größe wie der Salzwedeler Verein. Punke bat deshalb die Mitglieder, dem Zusammenschluss zuzustimmen. Und das taten sie mehrheitlich. Karl-Heinz Pieper, der Vorsitzende des Milchkontrollvereines Gardelegen/Haldensleben, berichtete, innerhalb seines Vereines habe es keine kontroversen Diskussionen über den Zusammenschluss gegeben. "Gemeinsam sind wir größer und schlagkräftiger", so das einhellige Urteil. Zusammen haben die beiden Vereine nun 53 Mitgliedsbetriebe. Bis zur nächsten Wahl bleiben alle Vorstandsmitglieder auch im Vorstand des neuen Vereines.

Dem Vorsitzenden des Rinderzuchtvereines Gardelegen/Klötze, Frank Wienecke, kam gestern die Aufgabe zu, besonders leistungsfähige Mitgliedsbetriebe aus den Bereichen Klötze, Haldensleben und Gardelegen auszuzeichnen. Die Platzierung erfolgte nach der Milchleistung und dem Fett-Eiweiß-Kilogramm. Im Bereich Klötze belegte die LB Kunrau GmbH Platz eins, im Bereich Haldensleben war es die GbR Francke aus Bösdorf und im Bereich Gardelegen die GbR Mewes aus Estedt (siehe Infokasten). Wienecke überreichte außerdem die Hoftorschilder, mit denen der Landeskontrollverband Qualitätsbetriebe auszeichnet. Fünf Sterne haben Milchviehbetriebe erhalten, die zu den besten zehn Prozent im Land gehören.

Mehr zu der Versammlung lesen Sie in einer unserer nächsten Ausgaben.

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