Wer derzeit in Klein Engersen mit dem Bus fahren will, muss außerhalb des Dorfes einsteigen, denn die Dorfstraße wird saniert. Der Weg dorthin ist allerdings gefährlich. Doch eine andere Haltestelle würde den Fahrplan sprengen. Nun will die Baufirma für eine Lösung sorgen.

KleinEngersen l Glücklicherweise ist es morgens schon früh hell. Ansonsten wäre ihr Problem wohl noch akuter. Doch Edelgard Schwankl hat auch so schon genug Angst um ihre kleine Enkelin. Seit Wochen nämlich muss sich die Schülerin - genau wie die anderen Schulkinder im Dorf oder die Senioren, die zum Einkaufen oder zum Arzt nach Kalbe oder Gardelegen wollen - an der großen Straßenbaustelle vorbeihangeln. Momentan wird nämlich die Dorfstraße saniert.

Und das sei eine gute Sache, wie Edelgard Schwankl bestätigt, denn die Straße war wirklich eine Buckelpiste. Dass für die Buspassagiere allerdings keine andere Möglichkeit gefunden wird, will der Klein Engersenerin nicht in den Kopf. Denn der Weg ist wirklich gefährlich. Neben aufgestapelten Baumaterialien und abgebrochenen Bürgersteigen ist nämlich Stolpern angesagt. Wer dann zum Beispiel auch noch einen Rollator braucht, hat komplett verspielt. Für den gibt es kein Durchkommen.

Doch Edelgard Schwankl hat eine gute Idee: Sie schreibt an die Stadt und schlägt vor, den Schulbus doch am nördlichen Ortsausgang Richtung Kalbe, gleich neben dem einstigen Bahnhof halten zu lassen. Diese Stelle sei von allen gefahrlos zu erreichen.

"Der Gehweg wird kurzfristig hergerichtet."

Kerstin Schulz, Bauamtsmitarbeiterin

Und das sieht man schließlich auch in der Stadt so. Doch leider kann die PVGS, im Altmarkkreis für den Schülertransport zuständig, in Sachen Haltestellenwechsel nur innerhalb einer Linie mitgehen. Der Bus, der um 14.30 Uhr Klein Engersen anfährt, wird künftig an der neuen Haltestelle Station machen. Edelgard Schwankls Nachfrage, warum alle anderen Linien nicht auch dort stoppen können, beantwortet Ronald Lehnecke, Geschäftsführer der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel mbH (PVGS): Was um 14.30 Uhr funktioniert, sei nur möglich, weil dies der einzige Bus sei, der von Kalbe direkt über Engersen fahre, erläutert er. "Alle anderen Busse fahren ab Kalbe über Wernstedt nach Engersen und von dort aus in Richtung Schenkenhorst und Estedt weiter. "Ein Halt in Klein Engersen würde einen Umweg von rund sechs Kilometern ausmachen und damit eine Verzögerung von rund zehn Minuten bedeuten", so Lehnecke. Da aber am Endhaltepunkt in Gardelegen Anschlussbusse beziehungsweise eine Weiterfahrt mit der Bahn garantiert werden müssten, sei dieser Schlenker nicht umsetzbar, "zumal derzeit auch in Wernstedt gebaut wird und es auch dort schon zu Verzögerungen kommt".

Die Sorgen der Klein Engersenerin um die Sicherheit der Kinder und Senioren angesichts der bröckeligen Fußwege entlang der Baustelle kann Lehnecke zwar nachvollziehen, verweist aber an die Stadt.

Aber hier hat man das Sicherheitsproblem offensichtlich bereits erkannt. "Der Gehweg wird kurzfristig fußläufig hergerichtet", verspricht gestern Kerstin Schulz vom städtischen Bauamt auf Nachfrage. Eine dementsprechende Zusage habe die Baufirma gestern bereits gegeben.

Gute Nachrichten also für alle Buspassagiere aus Klein Engersen.