Kakerbeck l Kakerbecks Kräuterfrau Karla Simon war erstaunt. Auch die heutige, technikvertraute Kindergeneration zeigte sich beeindruckt von altem, ganz einfachen, selbstgemachtem Spielzeug: ein großer Knopf am langen Faden, der - schwungvoll gedreht - den Knopf zum Tanzen brachte. "Das war ein Spielzeug meiner Kindheit", erzählte Karla Simon. Sie seien vier Kinder gewesen, Geld war knapp, Spielzeug gab es nicht viel zu kaufen. So wurde man selbst kreativ.

Das Spielzeug jedenfalls fand das Interesse der Kinder auf dem Sportplatz an der Kakerbecker Reithalle.

Dort endete am Sonnabendvormittag ein bunter Festumzug durchs Dorf. Und Anlass dazu war die erste urkundliche Erwähnung Kakerbecks auf einer Urkunde aus dem Jahre 1394. Und so wurden am Sonnabend 620 Jahre Kakerbeck gefeiert, auch wenn die Heimatforscher sich ziemlich sicher sind, dass Kakerbeck schon 400 Jahre vorher existiert habe, wie der Vorsitzende des Heimatvereines, Alfred Lötge, erzählte. Leider gebe es dafür keine Nachweise.

Aber auch 620 Jahre Kakerbeck seien Grund genug zum Feiern, betonte Ortsbürgermeister Ulf Kamith. Schon allein um zu zeigen, dass es nicht nur die Stadt Kalbe gebe, sondern auch die Ortschaften. Das Fest am Sonnabend sei komplett von den Kakerbecker Vereinen organisiert worden, auch finanziell. Die Gemeinde habe nichts dazugeben müssen, so Kamith.

Und die Vereine hatten sich ordentlich ins Zeug gelegt, und ein schönes Fest für das Dorf und für Besucher aus umliegenden Ortschaften organisiert.

Den Zuschauern am Straßenrand wurden ansprechende Schaubilder präsentiert: eine Pferdespritze aus dem Jahr 1914 mit einem schmucken Gespann vorweg, moderne Feuerwehrtechnik hinterher, der Heimatverein im geschmückten Wagen, eine feine Dorfgesellschaft mit Kutsche und Kindermädchen, auf dem Kakerbecker-Dudel-Wagen hatten die Landfrauen Platz genommen, ein Trabi, historische Trecker, Kakerbecks alte Schule mit Nachsitzangebot und ganz zum Schluss der Wagen der Kakerbecker Karnevalsgesellschaft.

Am Sportplatz an der Reithalle folgte dann ein Familiensportfest mit vielen Mitmachangeboten vom Sportverein, der Kita und der Feuerwehr. Acht Stationen waren aufgebaut. Jeder Teilnehmer erhielt eine Karte zum Abstempeln. Waren alle Stationen absolviert, konnten sich die Teilnehmer kleine Preise aussuchen. Ganz beliebt war dabei das Slalomlaufen mit Trockenskiern. Zu den weiteren Angeboten gehörten Torwandschießen, Kistenstapeln, Sackhüpfen, Stiefelweitwerfen, Ringewerfen.

Moderiert wurde das Ganze in flotter Manier von Heiko Fankhänel. In der Mehrzweckhalle hatte der Heimatverein eine Ausstellung unter anderem mit historischen Karten, Fotos und einer Kopie der Urkunde mit der ersten Erwähnung aufgebaut. Am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen gab es einen Vortrag von Alfred Lötge über die Zusammenhänge der ersten urkundlichen Erwähnung Kakerbecks und der Präsentation des Kakerbecker Wappens. Am Abend fand ein Bandcontest statt.

 

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