Stendal/Gardelegen l Dem 50-Jährigen, bislang nicht vorbestraften Gardeleger legt die Anklage der Staatsanwaltschaft Stendal zwei Straftaten zur Last. Zum einen ist er angeklagt, an einem nicht mehr feststellbaren Tag im Jahr 2010 sexuelle Handlungen an seiner zur Tatzeit neunjährigen Nichte vorgenommen zu haben. Oder an sich vor ihr vornehmen lassen zu haben. An einem anderen Tag soll er sich vor dem Mädchen entblößt und ihr sein Geschlechtsteil gezeigt haben. Zum Sex sei es aber in beiden Fällen nicht gekommen. Die Mutter soll ihrer Tochter nicht geglaubt haben, als diese ihr das angeblich Geschehene andeutungsweise erzählte, heißt es weiter.

Wie zu erfahren war, ist der Angeklagte der Ladung zur polizeilichen Vernehmung nicht gefolgt. Und der 50-Jährige hat sich auch nicht über seinen Verteidiger zu den Tatvorwürfen eingelassen, was sein gutes Recht als Angeklagter ist. Die Staatsanwaltschaft hat die Begutachtung des heute 13 Jahre alten Mädchens auf sogenannte Aussagetüchtigkeit von der renommierten Berliner Psychologin Dorothea Pierwoß vornehmen lassen. Sie wird dem Prozess beiwohnen und ihr Gutachten mündlich erstatten. Von ihr und der Aussage des Mädchens hängt maßgeblich der Ausgang des Prozesses ab. Dafür hat die Jugendschutzkammer unter Vorsitz von Richter Ulrich Galler vier Verhandlungstage angesetzt. Für den 4. Juli ist nach derzeitigem Stand das Urteil anvisiert.