Kakerbeck l "Sind das schöne Fotos. Von wem sind denn die? Die Leute kennen wir doch alle noch. Guck doch mal, das war doch ..." Britta Anders und Christel Reisener waren ganz begeistert von einer Ausstellung des Heimatvereins mit vielen Fotos, Postkarten mit Ansichten von Kakerbeck, alten Flurkarten unter anderem von 1707 und 1842 und einer Kopie der Urkunde, auf der Kakerbeck erstmals erwähnt wurde. Das Original befindet sich in einem Archiv in Hannover.

Die Ausstellung hatte der Kakerbecker Heimatverein anlässlich der Feierlichkeiten zum 620-jährigen Bestehen der Ortschaft zusammengestellt und am Sonnabend erstmals in der Mehrzweckhalle präsentiert. "Es sind überwiegend Fotos und Bilder von 1900 bis in die Gegenwart", erläuterte Alfred Lötge, der Vorsitzende des Kakerbecker Heimatvereines. Auf Postkarten etwa ist die alte Badeanstalt zu sehen. Darunter sind auch Fotos von Kakerbecker Vereinen, wie vom Krieger- und Landwehrverein, vom Männergesangverein, der 1902 gegründet worden sei. Später gehörten auch Frauen dazu. 1956 wurde er aufgelöst, erzählte Alfred Lötge.

Ein Foto zeigt auch den Kakerbecker Biertrinkerverein. "Ob der tatsächlich so hieß, wissen wir nicht", sagte Lötge schmunzelnd. Bekannt sei, dass der Verein 1902 von zwei Lehrern gegründet worden sei, die vor allem junge Leute, Studenten, um sich versammelt hätten. Diese Vereine habe es damals in ganz Deutschland gegeben, um das Kneipenleben zu kultivieren. Die hätten alle eine Vereinsordnung mit mehreren Paragrafen gehabt. Während die Vereinsregeln der Kneipenvereine durchaus unterschiedlich gewesen seien, sei ein Paragraf überall gleich gewesen: der Paragraf 11, der in etwa vorgeschrieben habe, dass man mit dem Trinken nicht aufhören dürfe. Noch heute gebe es in Deutschland Kneipen und Gaststätten, die nur Paragraf 11 heißen würden.

Die Ausstellung jedenfalls fand reges Interesse der Festbesucher. Ebenso der Vortrag Lötges über die Zusammenhänge der ersten Erwähnung Kakerbecks in einer Urkunde vom 11. November 1394.

Und danach wurde dann der Wappenbrief feierlich enthüllt. Er zeigt eine Forelle, ein Hufeisen und Eichenlaub mit Eicheln. Zurück geht das Wappen auf eine nunmehr 15 Jahre zurückliegende Initiative von Otto Beckmann, Horst Pleske und Viktor Nowak, erzählte Ortsbürgermeister Ulf Kamith. Bisher hätte es keine Möglichkeit gegeben, das Wappen eintragen zu lassen. "Seit kurzem ist das für jede Ortschaft wieder möglich", so Kamith.

Das Wappen mit Fahne sei vom Förderverein der Feuerwehr gestiftet worden. In Kürze werde Kakerbeck auch eine eigene Fahne haben - blau-weiß gestreift mit dem neuen Wappen in der Mitte.