Gardelegen l Von einem Notstand will Personalsachgebietsleiterin Susan Schulz von der Stadtverwaltung nicht sprechen, "aber wir suchen in der Tat Erzieher". Das zeigt auch die - seit Wochen vorhandene - Ausschreibung auf der Internetseite der Stadt, in der es heißt, dass "für ab sofort und später" Erzieher gesucht werden.

Zwar laufen derzeit wieder Vorstellungsgespräche, und drei Einstellungen gebe es aktuell, aber Bedarf sei weiterhin da. Ein Grund laut Schulz: "Das neue Kifög hat den Bedarf verändert." Denn seit August haben Eltern, die ihre Kinder in Krippe und Kindergarten maximal 25 Stunden betreuen lassen konnten, weil sie zu Hause waren, die Möglichkeit, dass ihre Kinder die Einrichtungen länger besuchen. Schulz: "Das merken wir." Durchaus seien Angestellte als Vertretung auch mal in anderen Einrichtungen tätig, "aber bisher haben wir immer alles regeln können", so Schulz.

Hinzu komme, dass in der Vergangenheit "viele junge Erzieherinnen eingestellt wurden, und die fallen natürlich auch mal zeitweise aus, wenn sie selbst Kinder bekommen", so die Sachgebietsleiterin. Bis zu 1360 Kinder im Alter von acht Wochen bis zehn Jahren werden in den städtischen Einrichtungen betreut. Neben den Krippen und Kindergärten gehören auch die Horte der Grundschulen dazu. Derzeit sind 130 Erzieher bei der Stadt angestellt, darunter aber nur zwei Männer.

Ausgeschrieben sind befristete Stellen für zunächst zwölf Monate mit Option auf Übernahme in unbefristete Arbeitsverhältnisse. Zwar sind nur 30 Wochenarbeitsstunden ausgeschrieben, "wenn aber jemand mehr arbeiten möchte, finden sich Lösungen", so Schulz. Es gebe bereits Erzieher, die mehr als 30 Stunden leisten.

In den Kinderkrippen und Kindergärten werden mit Stichtag 30. Juni aktuell 865 Kinder betreut. "Die Auslastung ist in fast allen Einrichtungen sehr gut", sagte Manuela Dietrich-Beckers, Fachdienstleiterin für die Kitas. Allerdings bedeutet die gute Auslastung auch, dass Eltern nicht immer den Platz in der Einrichtung bekommen, den sie sich wünschen. Dietrich-Beckers: "Eine rechtzeitige Anmeldung ist auf jeden Fall sinnvoll und ratsam."

Heißt: In Gardelegen gibt es lange noch nicht Verhältnisse wie in Berlin, wo sich Schwangere, deren Bäuchlein kaum zu sehen ist, für Kita-Plätze anmelden, doch wenn das Baby auf der Welt ist und mit einem Jahr die Krippe besuchen soll, ist eine Anmeldung ratsam. "Es gibt aber keine Garantie, dass man unbedingt dorthin kommt, wo man möchte", so Dietrich-Beckers. Allerdings bemühe sich die Verwaltung, im Sinne der Eltern zu handeln. Bei der Anmeldung können Eltern drei Wunsch-Kitas angeben.

Die derzeit geringste Auslastung haben laut Verwaltung die Kinderkrippen in Miesterhorst (58 Prozent), Kloster Neuendorf (63 Prozent) und Lindstedt (64 Prozent). Bei den Kindergärten gibt es in Lindstedt (71 Prozent), Miesterhorst (76 Prozent) und Letzlingen (81 Prozent) zurzeit noch die meisten freien Plätze für Kinder.