Kalbe l Stadtrat Mirko Wolff sprach wohl allen Kollegen im Hauptausschuss aus der Seele, die während ihrer jüngsten Sitzung einstimmig der Verabschiedung des Haushaltsplanes durch den Stadtrat zugestimmt hatten: "Also dazu muss man wirklich Lust haben", sagte er mit Blick auf den dicken Haushaltsplan 2014. In diesem Jahr wurde er erstmals nach den Vorgaben der Doppik, also der doppelten Buchführung, aufgestellt. Kämmerin Ingrid Bösener erläuterte den Hauptausschussmitgliedern die grundlegendsten Veränderungen.

So ist nicht mehr die Rede von Verwaltungs- oder Vermögenshaushalt. Aufgestellt werden die Gesamtbeträge von Aufwendungen und Erträgen nun im Ergebnisplan, der "weitestgehend den Verwaltungshaushalt ersetzt", wie Ingrid Bösener auf Nachfrage erklärte.

Das Vermögen und wie es finanziert wird, ist nun wiederum im Finanzplan dargestellt. Und eben das wird die Mitarbeiter der Verwaltung - wie schon in den zurückliegenden zwei Jahren - auch noch in den kommenden drei Jahren besonders beschäftigen. Denn spätestens 2016 muss mit dem Haushaltsplan auch eine Eröffnungsbilanz eingereicht werden. Das heißt: In einer kompletten Inventur muss das gesamte Vermögen der Einheitsgemeinde erfasst und bewertet werden. Es stellt dann nämlich, zusammen mit dem Bankguthaben und den Forderungen, die Aktiva in der Eröffnungsbilanz dar. Dann, so Bösener, "wissen wir genau, wie Kalbe aufgestellt ist". Bis dahin müsse aber weiterhin zügig an der Erfassung gearbeitet werden.

Einen Vorteil der neuen doppischen Haushaltsführung gegenüber dem bislang angewandten kameralen Rechnungswesen sehe sie in der nun transparenteren Berechnung und Kalkulation, so Bösener auf Nachfrage. Der Nachteil sei, neben der für Kalbe teuren Softwareumstellung, vor allem viel mehr Arbeit: "Doppelte Buchführung heißt für uns, wir buchen auch wirklich doppelt so viel."

Zusammen mit den Hauptausschussmitgliedern ging die Kämmerin schließlich die wichtigsten Haushaltszahlen noch einmal durch. Eine gute Nachricht für Kalbe sei insbesondere, dass 2014 keine neuen Kredite aufgenommen werden müssen, sondern weiterhin die Pro-Kopf-Verschuldung abgebaut werde, betonte Bösener.