Gardelegen (cah) l Für eine künftige Vermietung der Räume im Großen Hospital würden derzeit ernsthafte Gespräche mit zwei Interessenten laufen, informierte jetzt auf Anfrage Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs.

Die potentiellen Nutzer seien bereits in der Stadt ansässig, würden aber gern ins Zentrum ziehen. Und das wäre nicht nur von Vorteil für die weitere Zukunft des historischen, stadtbildprägenden Hospitalgebäudes, sondern auch für die Innenstadt selbst. "Das sieht alles recht hoffnungsvoll aus. Wir prüfen jetzt, welche Möglichkeiten wir haben, um weitere Fördermittel für das große Hospital akquirieren zu können", so Fuchs weiter. Denn die komplette Sanierung des Innenbereiches des Gebäudes soll auch nach den Wünschen und Erfordernissen der Mieter erfolgen.

Gespräche über Eigentümerwechsel

Unbenommen davon ist der Teil des Gebäudes, in dem das Schulamt untergebracht ist. Die Behörde bleibe weiter in diesem Gebäudetrakt, auch wenn das Schulamt künftig weniger Räume benötige, so Fuchs. Sollte es gelingen, das Kerngebäude des Großen Hospitals zu vermieten, dann stehe auch ein Eigentümerwechsel ins Haus. Die Immobilie gehöre derzeit der Vereinigten Hospitalstiftung zu Gardelegen. Deren Stiftungszweck bestehe darin, bedürftige Menschen zu unterstützen. Wirtschaftlich tätig werden und möglicherweise noch mit Gewinn, das dürfe die Stiftung nicht. Aus diesem Grunde müsse das Gebäude abgegeben werden. Neuer Eigentümer werde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Gardeleger Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt. Auch dazu würden derzeit Gespräche laufen.

Nach Informationen der Redaktion soll einer der beiden Mietinteressenten für das große Hospital das Arbeitsamt sein.

In den vergangenen zwei Jahren hat es umfangreiche Erhaltungs-, Sicherungs- und Sanierungsarbeiten im äußeren Bereich des Großen Hospitals gegeben. Das Dach wurde komplett erneuert, die Fassade mit dem schmucken Schaugiebel ebenso. Zum Teil seien auch Fenster erneuert worden.

Bei den Sanierungsarbeiten hatte es auch eine längere zeitliche Unterbrechung gegeben, um die Standsicherheit des Giebels zu verbessern. In diesem Rahmen wurden auch restauratorische Untersuchungen vorgenommen. Dabei waren vermauerte historische Fensteröffnungen und Entlastungsbögen entdeckt worden, die jetzt optisch wieder hervorgehoben sind. Finanziert wurde das Ganze über eine hundertprozentige Förderung aus dem Stadtumbau-Ost-Programm. Dafür hatte die Stiftung mit der Stadt Gardelegen einen Vertrag abgeschlossen. Allerdings reichten die Mittel nicht. Im Rahmen der Haushaltsplanung hat die Stiftung in diesem Jahr noch einmal eine Förderung von 70000 Euro erhalten. Damit seien die Außenarbeiten im wesentlichen abgeschlossen. Das Innere des Gebäudes müsse noch komplett saniert werden, informierte Fuchs.