Letzlingen l "Es tut mir leid, was passiert ist. Ich werde es nie wieder machen und habe daran kein Interesse mehr." Das waren die letzten Worte eines 47-jährigen Letzlingers gestern vor der Urteilsverkündung. Doch dass er sie wirklich ehrlich meinte, war nach dem Verhandlungsverlauf nur schwer zu glauben.

Wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften musste sich der Letzlinger gestern vor dem Strafrichter verantworten. Insgesamt 43 549 Bilddateien, die sexuelle Misshandlungen von Kindern und auch sexuelle Handlungen von Kindern untereinander zeigen, waren auf Festplatten und DVDs des Mannes gefunden worden.

Redselig, ohne Schamgefühl und verharmlosend erzählte der Mann, der von Hartz IV lebt, wie er an die Bilder gelangt sei. Es sei acht oder neun Jahre her, und da habe er sich aus dem Internet Fotos eines Models angesehen und dann mit einem Programm runtergeladen. "Das war eine Newsgroup und wurde dann automatisch alles runtergeladen. Ich habe da einmal reingeschaut und dann alles weiterlaufen lassen." Er habe sich die Bilder angucken wollen, "aber ich bin nie dazu gekommen, denn ich musste zur Arbeit und hatte keine Zeit".

Irgendwann habe er sie auf DVDs gebrannt. "Ich hatte gar keine Übersicht über die ganzen Fotos", erzählte der Angeklagte. Da seien außerdem auch Natur-, Katzen- und Motorradbilder gewesen. Sowie welche von Models, "die aber angezogen waren". Und dann seien die Festplatten und die DVDs irgendwann in Vergessenheit geraten, erzählte er dem Richter. Strafrichter Axel Bormann merkte an: "Wenn man da kleine Mädchen mit nem großen Ding in der Hand sieht, gerade mal vier oder fünf Jahre alt." Doch der Letzlinger entgegnete lapidar: "Ich sehe doch nur die Kopfzeile, wenn das runterlädt, mehr nicht." Dass er all die Fotos habe, liege auch daran, "dass ich eine Sammlermacke habe, so wie ein Messi".

Er habe kein Interesse mehr an solchen Fotos. Bormann fragend: "Aber Sie hatten mal Interesse?" Darauf antwortete der Mann, der bisher nicht vorbestraft war, nicht konkret.

"Was Sie hier alles von sich geben, sind Ausflüchte."

Staatsanwalt Toralf Voigt beantragte für die Tat ein Jahr Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung und die Zahlung von 500 Euro an den Kinderschutzbund. Bormann urteilte schließlich: ein Jahr Freiheitsstrafe, allerdings ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung. "Was Sie hier alles von sich gegeben haben, sind Ausflüchte. Ich bin mir sicher, dass Sie erkannt haben, was Sie da runtergeladen haben", so der Richter. Er habe sich die Fotos anschauen müssen, Fotos mit den Geschlechtsteilen der Kinder unterschiedlichen Alters: "Das ist das Letzte. Jedes dieser Kinder ist ein gebrochenes", sagte der Richter. Daran würden nicht nur Menschen Schuld tragen, die so etwas mit Kindern anstellen, "sondern auch Leute wie Sie, die sich so etwas runterladen". Und noch trauriger sei, dass "Sie nicht mal dazu stehen". Der 47-Jährige nahm das Urteil ungerührt zur Kenntnis.

Der Richter abschließend: "Sie haben gesagt, Sie hätten an solchen Fotos kein Interesse mehr. Ich hoffe, dass das der Wahrheit entspricht."