Im 23. Jahr seines Bestehens hat sich der Tourismusverein Region Gardelegen aufgelöst. Die Mitgliederschaft hat am Freitagabend mit deutlicher Mehrheit einen entsprechenden Antrag des Vereinsvorstandes bestätigt.

Gardelegen l Der eigentliche Akt dauerte nicht lange. Etwa 20 Minuten, und dann gab Vereinsvorsitzender Harald Storz das Ergebnis bekannt: Mit deutlicher Mehrheit hatten sich die Mitglieder des Vereines bei einer Abstimmung am Freitagabend für die Auflösung des Vereines ausgesprochen.

Versammlungsort war dieses Mal die Gaststätte Trakia von Vereinsmitglied Kiro Marinow. Der hatte für seine Mitstreiter zunächst ein bulgarisches Büfett vorbereitet. Gut gestärkt ging es dann zum eigentlichen Akt des Abends. Es wurden Stimmzettel verteilt, die ausgefüllt in eine Urne geworfen werden mussten. "Ich finde es traurig", "Es hat sich doch keiner gefunden", "Wirklich schade, aber nicht mehr zu ändern", meinten einige Mitglieder beim Ausfüllen der Stimmzettel.

Harald Storz holte sich dann eine Schüssel, sammelte die Zettel ein. Andreas Schreiber und Ingolf Arndt vom Vorstand des Vereines übernahmen die Auszählung. 40 Vereinsmitglieder waren anwesend. 10 Abstimmungsvollmachten lagen vor. Gerade ausreichend für die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Von den 50 Stimmzetteln waren alle gültig. 43 stimmten für die Auflösung des Vereines, sieben dagegen.

"Damit ist der Antrag auf Auflösung angenommen. Der Tourismusverein Region Gardelegen wurde damit am 20. Juni 2014 aufgelöst", gab Harald Storz dann die Sachlage bekannt. Die Unterlagen werden nun dem Registergericht zugeschickt. Storz rechnet mit einem Bescheid in etwa drei bis vier Monaten. Erst dann sei die Vereinsauflösung offiziell.

Die Auflösung des Vereines stand schon einmal zur Debatte, und zwar während der Jahreshauptversammlung am 24. Januar dieses Jahres. Gründe wurden damals mehrere aufgeführt, unter anderem fehlende Unterstützung des Vereines durch die Stadt. Schwerpunkt indes war die Mitgliederlage im Verein selbst. Der alte Vorstand einschließlich des Vorsitzenden Harald Storz hatte eine erneute Kandidatur abgelehnt. Neue Mitstreiter hatten sich für die Führungsaufgaben nicht gefunden. Daraufhin stellte der Vorstand den Auflösungsantrag. Der wurde am 24. Januar allerdings deutlich abgelehnt.

Die Mehrheit hatte sich für ein Weiterbestehen des Vereines ausgesprochen. Es sollte möglichst gelingen, bis zur Versammlung am 20. Juni Kandidaten für einen Vorstand zu gewinnen (wir berichteten).