Gardelegen (cah) l Die Stadt wird keine einstweilige Anordnung beim Landesverwaltungsgericht beantragen und keine Klage gegen das Versagen einer ersten Klasse für die Grundschule Estedt führen. Das ist das Ergebnis einer Beratung von Vertretern der Fraktionen im neuen Stadtrat am Dienstagnachmittag im Rathaus, informierte gestern auf Anfrage Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs.

Eine Klage sei nur machbar und sinnvoll, wenn ein Grund vorhanden sei, so Fuchs. Der Entscheid des Landesschulamtes, eine erste Klasse für die Estedter Grundschule nicht zu genehmigen, sei nunmal gesetzeskonform. "Wir haben keine 13 Schüler für die erste Klasse, und wir erreichen auch nicht die Gesamtzahl von 52 Schülern", fasste Fuchs zusammen. Von daher gebe es keine Chance, ein Klageverfahren zu gewinnen. Außerdem dauere ein solches Verfahren viel Zeit. "Wie lange sollen wir denn die Eltern noch vertrösten? Die wollen doch endlich Klarheit haben, und die Schule selbst ja auch", meinte Fuchs. Aus diesem Grunde sei in der Beratung am Dienstag nun ein "Schlussstrich" gezogen worden. "Wir akzeptieren die Entscheidung im Interesse der Eltern und der Kinder", so Fuchs weiter. Die sieben Erstklässler werden somit in die Gardeleger Reutter-Grundschule eingeschult. Klasse zwei bis vier verbleibt in der Estedter Grundschule.

"Wie das weitergeht, werden wir sehen", sagte Fuchs.

An der Beratung am Dienstagabend hätten Gustav Wienecke (Gemischte Fraktion), Viola Winkelmann, Kai-Michael Neubüser und Jörg Gebur (CDU-Fraktion), Walter Thürer (SPD-Fraktion) und Ralf Linow (Linke-Fraktion) teilgenommen.

Die Grundschule Estedt ist aufgrund fehlender Schülerzahlen im Bestand gefährdet. Im Vorfeld der Entscheidung durch das Landesschulamt hatte es mehrfach Versuche gegeben, den Schulstandort durch die Änderung von Einzugsbereichen zu sichern. Das scheiterte an Protesten von Eltern, deren Kinder nun nach Estedt gehen sollten. Darüber hinaus hatten Estedter Eltern versucht, die vom Land geforderte Gesamtschülerzahl von 52 Kindern zu erreichen. Dazu gab es von auswärts wohnenden Eltern Absichtserklärungen, ihre Kinder nicht mehr in Klötze, sondern in Estedt unterrichten zu lassen. Das wurde vom Landesschulamt nicht anerkannt. Die Behörde versagte dann die Bildung einer ersten Klasse für das nächste Schuljahr, da auch dafür die Gesamtzahl von 13 Schülern nicht erreicht wird (wir berichteten).