Blau statt beige-grün wird die Inneneinrichtung der Miester Kirche ab dem Spätherbst sein. Zurzeit laufen die Bauarbeiten, denn vor den Malerarbeiten muss die Elektroanlage erneuert werden.

Mieste l Ein halbes Jahr lang hatten die Kirchenglieder Zeit, sich die Farbvorschläge anzuschauen, Für und Wider abzuwägen. Nun ist die Entscheidung des Gemeindekirchenrates gefallen und die Bauarbeiten haben vor vier Wochen begonnen. Die Miester Kirche wird innen saniert. Dazu gehört nicht nur ein neuer Farbanstrich für Gestühl, Empore und Altar, sondern auch eine komplett neue Elektroanlage. "Die war schon aus brandschutztechnischen Gründen nötig", erläuterte Dirk Schütze vom Gemeindekirchenrat.

Die ersten Arbeiten für die umfangreiche Sanierung fanden bereits vor zwei Jahren statt. Damals untersuchte Restaurator Mathis Schubert aus Gardelegen die Farbschichten. Das Ergebnis war nun seit Ende vergangenen Jahres in der Kirche zu sehen, denn Schubert hatte - in Abstimmung mit dem Denkmalschutz - zwei Farbvorschläge für die Innengestaltung unterbreitet. Eine Säule mit Emporenstück wurde hellgrau gestrichen, die Säule auf der anderen Seite blau.

Letzte Ausmalung erfolgte 1952/53

Der hellgraue Farbton hatte seinen Ursprung im Jahr 1884, als der Kirchturm neu errichtet wurde. Damals hatte die Miester Kirche noch eine flache Decke. Die Sandstein-Motive wurden an den Emporen dabei mit aufgenommen.

Die zweite Variante: ein kräftiges Blau. Denn so sah die Kirche ab 1905 nach der Neuausmalung aus, hatten die Untersuchungen ergeben. In dem Jahr wurde die Orgel in die Kirche eingebaut. Damit verschwand die flache Decke.

Die letzte Ausmalung der Kirche erfolgte 1952/53 durch die Kirchenmalerwerkstatt Mannewitz in Jävenitz, berichtete Schütze. Seitdem gab es nur kleine Ausbesserungsarbeiten, an der Empore war die Farbe bereits an einige Stellen abgeplatzt.

Die Farbentscheidung habe sich der Gemeindekirchenrat nicht leicht gemacht, betonte Schütze. Am Ende gab es das Votum für den kräftigen blauen Anstrich. "Der helle Anstrich passte doch eher zur Kirche mit einer hellen Decke", so der Miester. Geplant ist das Ende der Bauarbeiten im Spätherbst.

Für das Kirchspiel Mieste mit den Dörfern Mieste, Sichau, Dannefeld und Miesterhorst ist es nach der Sanierung der Miesterhorster Kirche das nächste Großprojekt - auch mit Blick auf die Kosten. Mit rund 65000 Euro wird gerechnet. Ein Drittel gibt es als Fördermittel über die Landeskirche, ein Drittel über den Kirchenkreis und ein Drittel über das Kirchspiel. "Im Kirchspiel schauen alle sehr solidarisch aufeinander. Jetzt ist die Miester Kirche dran", sagte Pfarrerin Cornelia Ketter. Sie bittet um Spenden, um den Eigenanteil der Kirchengemeinde mitzufinanzieren. "Es sind schon einige Spenden eingegangen, aber es wäre sehr schön, wenn es noch weitere geben würde", so die Pfarrerin.

Mit einem Gottesdienst soll die Einweihung der neugemalerten Kirche im Spätherbst gefeiert werden, kündigte Ketter an. Ein genaues Datum gibt es aber noch nicht, das hängt vom Baufortschritt ab. Bis dahin finden die Gottesdienste im Miester Riesebergsaal statt.