Der Wasserverband Gardelegen wird in diesem Jahr die Trinkwasserleitung und die Anschlüsse der Häuser am Klingberg erneuern. Zu den größeren Projekte indes wird der Leitungsbau in der Weteritzer Landstraße gehören.

Gardelegen l Gleich zwei Beschlüsse gehörten in der Verbandsversammlung am Dienstagabend zum Projekt Klingberg. Beide wurden einstimmig gefasst. Zum einen geht es um eine Anpassung des Investitionsplanes Trinkwasser für 2014. Eingeplant waren insgesamt 150000 Euro für die Erneuerung von Trinkwasserleitungen. Gebunden waren dabei Restmittel für den Leitungsbau in der Burgstraße von 25000 Euro und für die Bahnhofstraße von 5000 Euro. Im Herbst des vorigen Jahres sei allerdings klar gewesen, dass sowohl die Burgstraße als auch die Bahnhofstraße nicht wie geplant zum Ende des Jahres abgeschlossen werden können, erläuterte der technische Leiter des Wasserverbandes, Frank Hellmann. Somit habe der Verband einen Großteil der Rechnungen nicht mehr 2013, sondern erst in diesem Jahr mit Abschluss beider Projekte zahlen können. Einschließlich von Mehrkosten für die Burgstraße von etwa 18400 Euro würden für dieses Projekt noch knapp 100000 Euro benötigt. Für die Bahnhofstraße bleibe es bei 5000 Euro. Ohne eine Aufstockung in dieser Position könnte der Verband nur noch 45400 Euro für Bauarbeiten im Trinkwasserbereich ausgeben.

Für den Leitungsbau am Klingberg seien indes etwa 126000 Euro erforderlich, einschließlich Planungs- und Vermessungskosten und Ausgaben für archäologische Grabungen.

Die Verbandsversammlung bestätigte dann die Bereitstellung von außerplanmäßigen Mitteln von 80610 für das Wirtschaftsjahr 2014.

Handlungsbedarf wegen hoher Bleianschlussdichte

Bestätigt wurde darüber hinaus auch die Erneuerung der Trinkwasserhauptleitung und der Hausanschlüsse am Klingberg. Der Verband hätte dies gern im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes mit der Stadt realisiert. Die aber plane in den nächsten Jahren keine Arbeiten in diesem Bereich. Der Verband aber habe dringenden Handlungsbedarf. Konkret geht es um die Einhaltung von Grenzwerten für Blei. Diese Grenzwerte seien mit der Trinkwasserverordnung des Landes Sachsen-Anhalt zum 1. Dezember 2013 reduziert worden, erläuterte Verbandsgeschäftsführerin Katja Rötz. Und die Einhaltung der strengeren Werte sei kaum möglich, wenn man noch Bleileitungen in Betrieb habe. Und das sei am Klingberg der Fall. Von insgesamt 36 Hausanschlüssen hätten 17 Anschlüsse noch Bleileitungen. Die Hausanschlüsse sollen komplett erneuert werden, ebenso die 172 Meter lange Trinkwasserhauptleitung.

Wie eine Kamerabefahrung ergeben habe, sei im Schmutzwasserbereich eine Komplett-erneuerung nicht erforderlich. Geplant sei nur die Beseitigung von lokalen Einzelschäden, erläuterte Hellmann.

Der Verband sei vom Kreis-Gesundheitsamt aufgefordert worden, bleihaltige Leitungen zu beseitigen. "Wir werden die Erneuerung auch fortsetzen", kündigte Hellmann an. Eine hohe Bleianschlussdichte gebe es noch in der Philipp-Müller-Straße und in der Wächterstraße.

Zu den größeren Projekten des Wasserverbandes werde in diesem Jahr der Leitungsbau in der Weteritzer Landstraße gehören - ein Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Gardelegen (Nebenanlagen) und der Landesstraßenbaubehörde Nord als Baulastträger der Straße. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten schon längst in Gange sein. Allerdings habe es Verzögerungen bei der Landesstraßenbaubehörde gegeben. Am 19. Juni sei das Vergabeverfahren gestartet worden. Baubeginn ist nun auf den 1. September terminiert worden. Die Fertigstellung soll am 19. Dezember sein. "Wir sind optimistisch, dass wir unsere Medien noch in die Erde bekommen", sagte Frank Hellmann. Was die anderen Partner betreffe, so sei zu vermuten, dass sich das Baugeschehen bis 2015 hinziehen werde.