Während der Spiele schlägt er die Trommel - in seiner Freizeit drückt er auf die Klebstofftube: Der Jävenitzer Heintje Demuth baute auf seiner ohnehin schon beeindruckenden Modelleisenbahnlage nun den Jävenitzer Sportplatz nach - sehr zur Freude der echten Sportler.

Jävenitz l Die Jungs in Grün-Weiß stürmen auf das Fußballtor zu. Fast hört man sie rufen und den Schiri pfeifen, so lebensecht sind sie in Pose gesetzt. Auf dem Fußballplatz von Heintje Demuth geht das aktuelle Spiel allerdings nie zu Ende. Denn die Kicker sind aus Kunststoff, wie das meiste andere auch auf der Eisenbahnplatte.

Seit sieben Jahren lässt den Jävenitzer die Modellbauleidenschaft nicht mehr los. Die Anlage zieht sich durch alle Räume in Demuths Wohnung an der Hottendorfer Straße. Wo die Wände Grenzen setzten, hat er eben den Bohrer angesetzt, ein Loch gemacht und drumherum eine Tunnelumrandung gebastelt. So fahren die Züge ungehindert aus dem Wohnzimmer durch die Schlafstube in die Küche und zurück. Oder sie fahren in Richtung Kinderzimmer.

Dort steht nämlich die jüngste Erweiterung der Demuthschen Bahn. "Wenn ich am Wochenende hier bin, werde ich manchmal mitten in der Nacht wach", weil der Papa wieder mal etwas ausprobiert und eine Lok durch den Wandtunnel schickt, sagt Sohn Jeffrey lachend.

Er war eigentlich derjenige, mit dem alles begann. "2007 habe ich ein Startermodellbauset bekommen", erzählt der Junior. Papa habe sich dann angeboten mitzutun. Seither sind beide mit dem Modellbau-Virus infiziert.

Dessen jüngstes Symptom sorgt nun aber für echte Begeisterung in Sportlerkreisen. Denn eben dort in Jeffreys Zimmer entstand der Sportplatz des SV Heide Jävenitz im Format H0. Da ist er zwar eingebettet in eine Berglandschaft. Die liebevollen Details der Anlage machten am Freitag Sportvereinschef Jörg Nielsen, seiner Frau Jutta, Tochter Maria und deren Freundin Elisa Hartmann und einigen anderen Sportlern aber richtig viel Spaß. Denn selbst die Bandenwerbung von Bäckerei Glatz bis zum Gasthaus Hotti-Bumm ist im Kleinformat zu sehen. Das Kriegerdenkmal steht etwas abseits von der Sportanlage unter großen Bäumen, und sogar Demuth selbst steht als Trommler auf dem Sportplatz.

Für so viel Heimatverbundenheit und Mühe gab es von Jörg Nielsen denn auch eine kleine Anerkennung für die Jävenitzer Modellbauer. Er brachte ihnen einen Fußball mit. Der war aus Schokolade und nicht ganz so groß wie ein Originalball. Wenn man es genau nimmt, also auch ein Modell.

   

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