Stendal (kw/nk/bsh). Landrat Jörg Hellmuth spricht angesichts der neuesten Pegelstände in der Altmark nicht nur von Entspannung, ihm ist diese auch anzusehen. "Am Pegel Tangermünde haben wir Montag 13 Uhr einen Wasserstand von 6,53 Metern gemessen. Hier konnten wir von Alarmstufe 3 auf Stufe 2 übergehen", sagte er gestern. Doch die Entspannung gibt es nicht auf der ganzen Front im Hochwassergebiet, teilweise herrscht immer noch Alarmstufe 4. In Wittenberge besteht sie weiterhin, ebenso in Havelberg.

Ein großer Schwerpunkt ist auch der Alanddeich bei Wahrenberg. Dort werden die Deichsicherungsmaßnahmen, die in den vergangenen Tagen erfolgten, auch weiterhin durch Verantwortliche des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) beobachtet. Durch den schnelleren Rückgang des Wassers der Elbe, schätzt das LHW ein, könne das Alandabschlussbauwerk eventuell heute Abend geöffnet werden. "Die Alanddeiche stehen unter großer Belastung. Jede Stunde, die wir sie entlasten, kommt uns entgegen", erklärte der Landrat.

Insgesamt 440 Deichläufer waren an Elbe, Havel und Aland unterwegs. Teilweise sind sie aber schon abgerückt. Mobile Pumpen des THW werden in den nächsten Tagen zum Schutz der Ortslage Aulosen eingesetzt. Denn der Scheitel hat den Zehrengraben durchlaufen. Bereits jetzt läuft Wasser aus den Niederungen der Elbe dort ab.

Sollten zur Sicherung von Deichen noch Sandsäcke benötigt werden, liegen diese tausendfach im Hangar auf dem Stendaler Flugplatz gestapelt. Die Straßenmeistereien sorgten mit ihren Leuten in den vergangenen Tagen dafür, dass der Vorrat reicht. In der Halle lagern zudem unzählige Pakete mit je 1000 leeren Säcken – für alle Fälle.

Seit Sonntag laufen in Schelldorf die Pumpen des THW, weil Grund- und Drängwasser zwischen Elbe und dem rund sechs Kilometer langen Schelldorfer See den Anwohnern massiv zu schaffen machten. In den ersten 24 Stunden sind bereits mehr als 14 Millionen Liter Wasser über den Deich in die Elbe gepumpt worden.

Es ging allein darum, ein weiteres Ansteigen des bereits seit Tagen im Ort stehenden Grundwassers durch das hinzugekommene Drängwasser aus der Elbe zu verhindern. Das scheint geglückt mit dem Einsatz des THW, der am Sonntagnachmittag begann. Zu den Helfern gehören auch Nico Lesch und Jörg Werneke vom Salzwedeler THW-Ortsverband. Sie verbrachten die erste Nacht vor Ort in einem beheizten Mehrzweckkraftwagen direkt am Deich. Geschlafen wurde da aber nicht viel, erzählen sie. In festen Abständen überprüften die beiden die Technik vor Ort.

Im Zwölf-Stunden-Takt werden die THW-Kräfte am Schelldorfer Deich ausgewechselt – solange der Einsatz eben dauert.

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