Gardelegen l Wenn er erzählt wie es war, dann hört sich das alles total einfach an: Ja, ein bisschen Theorie halt. Übersetzt heißt das: 50 verschiede Laub- und Nadelgehölze, Stauden, Sommerblumen, Wasserpflanzen und Unkräuter mussten an der Station Pflanzenkenntnisse erkannt und deutsch und botanisch benannt werden. Dazu ein bisschen Praxis: also Arbeiten mit dem Radlader zum Beispiel oder eine knapp zehn Quadratmeter große Fläche mit Palisaden und Platten gestalten, Beetkanten bauen, Rollrasen verlegen und Gehölze setzen...

So wie Alexander Dickehut das schildert, ist es, als wäre so ein Landschaftsgärtner-Cup, der größte Wettbewerb aller künftigen Landschaftsgärtner in Sachen-Anhalt - mal eben so im Vorbeigehen zu schultern.

Das heißt allerdings nicht, dass der junge Mann den Contest auf die bekannte leichte Schulter nahm. Das hat er nämlich, schon angesichts seines Sieges, ganz sicher nicht getan. Er schildert das wohl eher unspektakulär, weil er nicht unbedingt im Rampenlicht stehen will.

Doch das hat der 20-jährige Azubi einfach verdient. Sein erster Platz ist schließlich kein Glückstreffer. Auch 2012 holte er den Sieg schon nach Gardelegen. Im vergangenen Jahr war es "nur Platz drei", wie er sagt.

Nächste Station ist der Bundescontest in Nürnberg

Doch auch das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. Denn die Konkurrenz im Bundesland ist groß: Auch Ende Mai dieses Jahres waren es immerhin wieder 34 Konkurrenten, gegen die sich Alexander Dickehut und seine Teampartnerin Karoline Haerter aus Barleben durchsetzen mussten.

Doch das gelang den beiden künftigen Landschaftsgärtnern offensichtlich hervorragend. Und so heißt es im September für die zwei schon wieder: Koffer packen. Dann nämlich geht es bei der bundesweiten GALA (Garten- und Landschaftsbau)-Messe um den Bundessieger der Azubis.

Sollte ihnen das gelingen - und das ist nicht ausgeschlossen, 2012 war Dickehut zwar nicht unter den ersten drei Plätzen, aber im besten Team der Ostbundesländer trotzdem sehr erfolgreich - geht es im nächsten Jahr zur Weltmeisterschaft nach Sao Paulo.

Und das, gibt der 20-Jährige lachend zu, würde ihn dann natürlich schon reizen.

Vorher muss sich der gebürtige Seehäuser aber erst noch auf etwas anderes vorbereiten. In den kommenden Wochen stehen nach drei Ausbildungsjahren nämlich die Gesellprüfungen an.

Danach will er dann erst einmal in Gardelegen bleiben, "praktische Erfahrungen sammeln". Und das darf so ein Lehrling wie er natürlich in seinem Ausbildungsbetrieb, der Gärtnerei Lüders. Denn dass er nach der Prüfung übernommen werde, stehe schon fest, sagt Dickehut.

Und in der Gardeleger Firma, ist man dort eigentlich stolz auf ihn, auf seinen gleich dreimaligen Erfolg bei so großen Wettbewerben?

Birgit Lüders, die Ehefrau des Chefs, lacht bei dieser Frage übers ganze Gesicht. "Na klar", versichert sie. Und was ist, wenn er irgendwann einmal weg will aus der Altmark? "Nichts ist", sagt sie augenzwinkernd, "der wird hier bei uns festgebunden."