Kai-Michael Neubüser (CDU) ist der neue Vorsitzende des Gardeleger Stadtrates. Er konnte sich bei der Wahl in der konstituierenden Sitzung am Dienstag gegen seinen Mitbewerber Andreas Höppner (Die Linke) durchsetzen. Darüber hinaus ging es unter anderem um die Besetzung der Ausschüsse.

Gardelegen l Mit einem heftigen Donnerschlag und anschließendem Glockengeläut zur 19. Stunde des Tages begann die konstituierende Sitzung des neu gewählten Gardeleger Stadtrates am Dienstag im Rathaussaal. Was aus der Reihe der ehemaligen Räte mit "Mit Getöse und Gebrüll, hoffentlich kommt nicht nur Müll" scherzhaft kommentiert wurde.

Bürgermeister Konrad Fuchs beglückwünschte dann den Stadrat zur Wahl, mahnte aber zugleich ein faires Miteinander im Streit um die Sache an. "Dabei sollte man nicht unbedingt Parteisoldat sein, sondern Diener des Wahlvolkes unserer Stadt", so Fuchs.

Es folgte die in politischen Kreisen mit Spannung erwartete Wahl des Stadtratsvorsitzenden, die auf Antrag von Linke-Fraktionschef Ralf Linow geheim stattfand. Nicht ohne Grund, denn die Linke ging mit einem eigenen Kandidaten ins Wahlrennen. Während die CDU als stärkste Fraktion mit Kai-Michael Neubüser, der diese Funktion auch in der vorigen Wahlperiode ausgeführt hatte, schon im Vorfeld Interesse an diesem Posten angezeigt hatte, schlug Linow am Dienstagabend seinen Parteifreund Andreas Höppner vor.

36 Stimmen wurden abgegeben. Eine war ungültig. Letztlich gab es 20 Stimmen für Neubüser und 15 für Höppner. "Die Gemischte Fraktion ist umgekippt", hieß es aus den Reihen der Linke-Fraktion.

Die Gemischte Fraktion bewarb sich dann mit Peter Kapahnke für den Posten des ersten Stellvertreters. Die Linke schlug ihrerseits dafür Sieghard Dutz vor. Erneut wurde auf Antrag Linows geheim gewählt. Auch in dieser Wahl unterlagen die Genossen der Linke-Fraktion. Kapahnke erhielt 22 Stimmen, Dutz 14.

Gewählt wurde dann der zweite Stellvertreter. Der einzige Wahlvorschlag kam von der CDU, die Andreas Brendtner dafür nominierte. Alle anderen Fraktionen verzichteten auf einen Kandidatenvorschlag für den Stellvertreter des Stellvertreters. Verzichtet wurde dieses Mal auch auf eine geheime Abstimmung. Während die 29 anwesenden Stadträte und der Bürgermeister für den CDU-Vorschlag stimmten, sprachen sich die sechs Mitglieder der Linke-Fraktion komplett gegen Brendtner aus.

Die Versammlungsleitung hatte bis zur Wahl Walter Thürer, mit knapp 75 Jahren das älteste Ratsmitglied, übernommen, ebenso die Verpflichtung der neuen Stadträte. Und er führte durchaus charmant durch den ersten Sitzungsteil.

Im Rahmen der konstituierenden Sitzung wurden auch die Stadträte verabschiedet, die entweder nicht mehr kandidiert oder die Wahl in den Rat nicht geschafft hatten. Für sie gab es jeweils eine Blume und das Buch "Falco Garlebensis".

Fuchs bezeichnete deren Wahlperiode als eine der spannendsten, ging sie doch einher mit der Gebietsreform und einem neuen Stadtrat mit Vertretern aus vielen Ortsteilen. Eine mit dreieinhalb Jahren etwas verkürzte Wahlperiode, in der der Stadtrat eine "wahre Rosskur" hinter sich bringen musste. "Es gab hier sozusagen fast zwei Jahre Land unter. Es ist uns aber gemeinsam gelungen, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen", sagte Fuchs mit Blick auf die schwierige Zeit nach der Gebietsreform mit der drohenden Haushaltskonsolidierung. Doch auch in der neuen Wahlperiode werde das Thema Finanzen an erster Stelle stehen.

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