Gardelegen (gb). Der Getöteten des Massakers an der Isenschnibber Feldscheune und aller Opfer des National- sozialismus gedachten gestern zahlreiche Gardeleger Bürger, Vereinsmitglieder und Lokalpolitiker mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein der Isenschnibber Feldscheune.

Dort, wo vor 66 Jahren mehr als 1000 Menschen auf Befehl der Nationalsozialisten ermordet wurden, erinnerte Bürgermeister Konrad Fuchs an jene grausamen Geschehnisse, die sich am 13. April 1945 in Gardelegen ereigneten. Die Täter, so machte Fuchs klar, kamen aber nicht nur aus den Reihen der Befehlshaber, sondern "aus allen Teilen der Bevölkerung".

Von einer Kollektivschuld zu sprechen, sei dennoch falsch, so der Bürgermeister. Denn es habe auch die mutigen und gerechten Deutschen wie die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Friedrich Bonhoeffer oder Oskar Schindler gegeben, auch in Gardelegen habe es mutige Bürger gegeben. Fuchs nannte in diesem Zusammenhang Pfarrer Friedrich Franz, der im April 1945 mehrere KZ-Häftlinge vor dem Tod in der Feldscheune und schließlich die ganze Stadt vor der bereits geplanten Zerstörung durch die Amerikaner bewahrte.

Fuchs mahnte aber schließlich auch, die Erinnerungen an jene Ereignisse wach zu halten. "Geschichte verblasst", befürchtete Fuchs. Und so eigne sich denn auch "jeder Tag zum Gedenken".