Gemeindepädagogin Gesine Rabenstein, die seit 2007 für das evangelische Kirchspiel Güssefeld zuständig ist, verlässt die Altmark in Richtung Magdeburg. Die von ihr betreuten Kirchgemeinden werden dem Pfarrbereich Kalbe zugeordnet.

Kalbe/Güssefeld l Über einen Mangel an Arbeit kann sich der Kalbenser Pfarrer Dieter Borchert schon jetzt nicht beklagen. Mit 13 Orten betreut er bereits ein recht großes Gebiet, das sich aus mehreren, ehemals eigenständigen Pfarrbereichen zusammensetzt. Aber es kommt noch einer dazu: nämlich Güssefeld.

Borcherts dortige Kollegin Gesine Rabenstein, deren Arbeitsplatz sich zu 25 Prozent aus einer Pfarrstelle zusammensetzt und zu 75 Prozent aus einer Gemeindepädagogenstelle für den Kirchenkreis, verlässt ihre bisherige Wirkungsstätte. Und das bedeutet, dass die Orte Bühne, Güssefeld, Lüge, Störpke, Thüritz und Vietzen künftig ebenfalls von Dieter Borchert betreut werden. Geplant ist dieser Übergang zum 1. Oktober. Das hat Superintendent Matthias Heinrich gestern bestätigt.

Eigentlich sei die Zusammenlegung der Pfarrbereiche Kalbe und Güssefeld erst in drei Jahren vorgesehen gewesen. Dazu gäbe es auch einen entsprechenden Synodenbeschluss. "Dass es jetzt schon passiert, ist heftig", so der Superintendent. Denn natürlich sei es für Dieter Borchert und seine Kollegen eine Mammutaufgabe, so große Pfarrbereiche zu betreuen. Der Kirchenkreis verschließe sich dieser Thematik nicht, sondern wolle sich ihr stellen. Aus diesem Grunde seien auch sogenannte Zukunftskonferenzen geplant.

Die Nächste ist für de 25. Oktober in Gardelegen terminiert. "Es geht darum, alle Ressourcen fruchtbar zu machen und andere Vorstellungen davon zu entwickeln, wie Kirche heute zu sein hat", wie Jochen Matthias Heinecke erklärt. Er ist im Kirchenkreis Salzwedel der Verantwortliche für Lektoren, Prädikanten und Mission und bereitet als solcher die Zukunftskonferenzen vor.

"Wir befürchten, dass wir hinten runterfallen könnten"

Kirchenratsvorsitzende Melissa Schmidt

Dass sich in punkto Kirchenstruktur etwas verändern muss, das sieht auch die Kirchenratsvorsitzende des Kirchspiels Güssefeld, Melissa Schmidt, so. "Wir betrachten die ganze Entwicklung mit großer Sorge. Und wir haben bereits um ein Gespräch mit Superintendent Heinrich und Pfarrer Borchert gebeten. Denn wir befürchten, dass wir hinten runterfallen könnten - einfach, weil der Pfarrbereich Kalbe schon jetzt so groß ist", so Schmidt. Für Gesine Rabenstein planen sie und ihre Mitstreiter aber ein Abschiedsfest. Es soll im September stattfinden. Bis dahin kommt die zweifache Mutter noch regelmäßig zum Arbeiten in die Altmark.

Seit 2007 hatte Gesine Rabenstein die Verantwortung für den Pfarrbereich Güssefeld, lebte mit ihrer Familie auch im dortigen Pfarrhaus, das dafür aufwendig saniert worden war. Umso bedauerlicher findet es die 42-Jährige, dass sie aufgrund der Stellenplanung des Kirchenkreises quasi gezwungen gewesen sei, sich umzuorientieren. "Denn wir waren ja gerade erst angekommen", so ihre Worte. Nun geht Gesine Rabenstein nach Magdeburg zurück, in ihre Heimatregion. Ihr Ehemann arbeitet dort schon seit sieben Jahren.