Der zweite Sommercampus der Künstlerstadt Kalbe ist eröffnet. Seit Sonnabend haben die zur Verfügung gestellten Zimmer wieder Bewohner. Die Ateliers sind ausgesucht und zugeteilt. Die Kunststudenten freuen sich voller Erwartung auf ihre Zeit in Kalbe.

Kalbe l Von Buchkunst und Fotografie über Malerei und Klangkunst bis zu Performance, Installation und Medienkunst reichen die Genres, denen sich die zehn Kunststudenten während ihrer Pause zwischen den Semestern in der Künstlerstadt Kalbe widmen werden. Am Sonnabend haben sie sich gemeinsam mit den Organisatoren der Künstlerstadt ihre Ateliers und je eines der Künstlerstadt-Fahrräder ausgesucht und ihr Zuhause auf Zeit an der Milde bezogen. "Es war ein einziges Chaos", sagt Corinna Köbele lachend. "Aber nun ist alles gut", meint sie gegen 19.30 Uhr, als die offizielle Eröffnung des Sommercampus im verwilderten Hinterhof von Hausnummer 35 an der Gerichtsstraße erfolgt.

Der Sommercampus ist in seinem zweiten Jahr bereits international geworden, berichtet Köbele. Die Nationalitäten der Studenten: Italien, Russland, Polen, Griechenland, Deutschland, Österreich und Bulgarien. "Und hätten die Tänzer idealere Bedingungen vorgefunden, dann wären auch noch Frankreich und Dänemark vertreten gewesen", erklärt die Initiatorin. Da jedoch kein durchgehend nutzbarer Probenraum mit entsprechendem Boden zur Verfügung gestanden habe, hätte das tanzende Studentenpaar leider absagen müssen.

Sieben Wohnungen haben die Aktiven in den vergangenen Monaten "flott gemacht". "Küchenmobiliar, Betten, Matratzen, Tische, Teller, Tassen, Lampen - eben alles, was so grundsätzlich in eine Wohnung gehört, haben wir eingeräumt und geputzt", erzählt Maria Rimpl. Zu ihren unermüdlichen Mitstreitern, denen Corinna Köbele namentlich ganz besonders dankte, gehören Gerhard Rimpl, Sigrid Fricke, Jutta Gartz, Marika Winter sowie Petra, Susette und Burkhardt Kramp.

"Jetzt sind die Studenten dran", sagt Maria Rimpl augenzwinkernd. "Unsere Kunst hat darin bestanden, aus den vielen, vielen Spenden etwas Schönes für die jungen Künstler zu schaffen", sagt sie, und alle lachen herzlich über diesen passenden Vergleich.

In den kommenden Wochen freut sich Corinna Köbele auf "50 verrückte, tolle Tage mit und durch die Kunststudenten", wie sie sagt. Immer sonnabends und sonntags werde es, jeweils um 15 Uhr, einen Rundgang durch ein oder zwei Ateliers der Künstlerstadt geben. "Sonst kommen wir ja nicht rum. Aber die jungen Leute haben so viel zu zeigen", so Köbele. Treffpunkt ist jeweils das Haus an der Thälmannstraße 21/23.

Für kommenden Freitag, 1. August, ist eine Video-Performance an der Hauswand der Gerichtsstraße 35 geplant. Bei Einbruch der Dunkelheit wird Filmkünstlerin Cylixe dieses besondere "Hauskino" präsentieren.

 

Bilder