Kalbe (cn) l Nichts ging mehr am frühen Mittwochabend auf dem Mühlenfeld in Kalbe. Weil unmittelbar zuvor wieder eine der Betonplatten zerrissen war, aus denen der nicht grundhaft ausgebaute Verkehrsweg besteht, sah sich Dietrich Ritzmann als Anwohner genötigt, den Schwerlastverkehr, der trotz des Durchfahrtsverbotes permanent über das Mühlenfeld rollt, zu stoppen.

"Ich sehe hier Gefahr für Leib und Leben."

Anwohner Dietrich Ritzmann

Er und auch Nachbarin Viola Dannies hatten sich gerade am Straßenrand unterhalten, als besagte Platte zersprang. "Es gab ein lautes Knacken", beschrieb Ritzmann die Situation. Weil er sich nicht anders zu helfen wusste, hielt er die Laster, die sowohl aus Richtung Vahrholzer Straße als auch aus Richtung Alte Bahnhofstraße kamen, an. "Denn ich sehe hier Gefahr für Leib und Leben", erklärte er. Gleichzeitig wählte er den Notruf 110. Von der Polizei sei er telefonisch darin bestärkt worden, keinen Lkw passieren zu lassen. Zudem sei ihm zugesichert worden, dass umgehend Beamte vorbeikämen. Es habe dann aber noch eine Weile sowie einen weiteren Notruf gedauert, bis ein Streifenwagen vor Ort gewesen sei, so Ritzmann. Seitens der Polizei sei anschließend zugesichert worden, die Straßenverkehrsbehörde und den Bereitschaftsdienst des Ordnungsamtes zu informieren. Letzteres sei auch geschehen, wie Bürgermeister Karsten Ruth gestern sagte. Es müsse nun kurzfristig versucht werden, eine Lösung zu finden, vielleicht sogar in Form von Schikanen, die von Personen-, nicht aber von Lastkraftwagen umfahren werden könnten.

Denn das Mühlenfeld dient aktuell als innerörtliche Pkw-Umleitungsstrecke für die Alte Bahnhofstraße, an der unter Vollsperrung gebaut wird. Der Schwerlastverkehr wird hingegen, abgesehen von den Bussen, weiträumig umgeleitet. Nur gibt es ständig Verstöße gegen das Lkw-Durchfahrtsverbot, das wegen des schlechten Straßenzustandes sogar schon seit Anfang der 1990er Jahre auf dem Mühlenfeld gilt - und zwar auch für den Lieferverkehr, wie Dietrich Ritzmann betont. Leider, so Karsten Ruth weiter, könne die Stadt nur den ruhenden, nicht aber den fließenden Verkehr kontrollieren. Hier sei abermals die Polizei gefragt.