Kalbe (cn) l Wegen eines angeblichen Ölfilms auf der Milde ist am Sonnabendabend die Kalbenser Feuerwehr alarmiert worden. Um 19.59 Uhr heulten die Sirenen. 22 Kameraden machten sich daraufhin auf den Weg ins Gerätehaus und rückten von dort mit fünf Fahrzeugen zur Milde-Brücke zwischen Kalbe und Altmersleben aus. Dort wurden sie bereits von Beamten der Polizei erwartet.

Diese deuteten auf einige weißliche Fleckenteppiche, die auf der Wasseroberfläche waberten. Doch für die geschulten Augen der Feuerwehrkameraden stand schon beim ersten Betrachten fest, dass es sich wahrscheinlich nicht um Öl handelt. Dennoch wurde eine Probe des Wassers entnommen und dann untersucht. Dabei kam das kleine Laboratorium des sogenannten ABC-Messwagens zum Einsatz. Dieser gehört zwar dem Altmarkkreis Salzwedel, ist aber im Kalbenser Gerätehaus stationiert und wurde am Sonnabendabend auch zum Einsatzort gelenkt.

Anhand eines speziellen Papierstreifens bestätigte sich die Vermutung der Kameraden: kein Öl. Auch der pH-Wert des Wassers war in Ordnung. Die Fleckenteppiche auf der Milde sind nach ersten Erkenntnissen vermutlich auf ein Überangebot an Nährstoffen und die daraus resultierende Population von Mikroorganismen zurückzuführen. Denn durch den vergleichsweise hohen Wasserstand gelangt auch verstärkt Gülle, die zum Düngen auf die Felder ausgebracht worden ist, in die Milde. Die Angelegenheit wurde ans kreisliche Umweltamt weitergeleitet. Die Einsatzkräfte konnten sich wieder auf den Rückweg machen.

Für die Kalbenser Feuerwehr war es der zweite Fehl- alarm innerhalb weniger Tage. Erst am Dienstag, 29. Juli, war sie an die Vahrholzer Straße gerufen worden, weil es dort angeblich gequalmt hatte. Doch das Ganze hatte sich als ganz normaler Dampfausstoß der örtlichen Agrarveredlungsgesellschaft entpuppt (Volksstimme berichtete).