Für das Wohngebäude Sandstraße 81 ist gestern Nachmittag Richtfest gefeiert worden. Ende des Jahres soll das Haus der Wohnungsbaugesellschaft Gardelegen bezugsfertig sein.

Gardelegen l Im Februar hatte die Wohnungsbaugesellschaft Gardelegen, kurz Wobau, ihren 20. Geburtstag gefeiert, hatte auf zahlreiche Sanierungsprojekte zurückblicken können. Und dennoch gab es gestern in Sachen Bau eine Premiere: ein Richtfest für einen Neubau, der im konkreten Fall ein Ersatzneubau ist. Bisher waren vorhandene Gebäude umfangreich saniert worden. Das war in der Sandstraße 81 allerdings nicht mehr möglich. Und so ließ die Wobau das alte Gebäude, das früher einmal der Gasthof "Zur Reichskrone" war, abreißen. Das passierte im Frühjahr vergangenen Jahres.

"Unser sportliches Ziel war es, Ende 2013 mit dem Neubau fertig zu sein", erinnerte Wobau-Geschäftsführer Wolfgang Oelze gestern während des Richtfestes an den Beginn der Arbeiten. Für erhebliche Verzögerungen sorgte das Kellergewölbe. Wegen der Statik musste der Keller zugeschüttet werden, allerdings musste vorher auf Geheiß des Denkmalschutzes das Gewölbe gesichert werden. "Der Teufel steckt oft im Detail, in diesem Fall im Keller", kommentierte der Wobau-Chef diese Episode im Bauablauf. Nun sei das Ziel, Weihnachten dieses Jahres die Bauarbeiten abzuschließen und die vier Wohnungen bezugsfertig übergeben zu können. Denn darauf warten die künftigen Mieter schon. Wie bei fast allen großen Bauprojekten der Wobau in den vergangenen Jahren sind auch für die Sandstraße 81 alle Wohnungen schon Monate vor Fertigstellung vergeben. Investiert werden rund 700000 Euro, darunter Städtebau-Fördergeld aus dem Stadthaushalt.

Die Erdgeschoss-Wohnung ist barrierefrei und bekommt eine Terrasse, die drei anderen Wohnungen - darunter eine Maisonettenwohnung - bekommen jeweils einen Balkon. Insgesamt bietet das Haus rund 300 Quadratmeter Wohnfläche. Auf der Rückseite des Grundstücks steht noch ein altes Schuppengebäude. Das wird abgerissen, dann haben die Mieter einen direkten Zugang zum Wall.

"Und in der Innenstadt wird wieder ein Schandfleck beseitigt", freut sich Wolfgang Oelze darüber, dass die Wobau erneut zur Verbesserung der Attraktivität der Innenstadt beitragen kann. Dem konnte sich Bürgermeister Konrad Fuchs, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Tochtergesellschaft ist, nur anschließen. "Die Wobau ist für uns der stadtbildprägende Faktor." Stadtrat, Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat werden alles tun, "dass die Wobau dieser Aufgabe weiterhin gerecht werden kann", sagte Fuchs.

Beispiele für das Geschaffene und das Geplante sollen am 5. September dem Bauausschuss des Landtages gezeigt werden. Der Ausschuss ist für eine Sitzung zu Gast in Gardelegen. Danach sollen unter anderem das Alte Hospital, das im Februar dieses Jahres fertiggestellte Haus Bahnhofstraße 31 sowie die Blöcke Straße der Freundschaft 11 und 12 besichtigt werden.

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