Die gerade ins Leben gestarteten vier jungen Rotschwänzchen hätten ein schnelles Ende gefunden, wenn sie denn nicht gerade im Holzgebälk eines Wohnhauses in Jerchel ihr Nest gehabt hätten und wenn es dort nicht eine junge Frau gegeben hätte, die ein großes Herz für Tiere hat. Vermutlich ein junges Vogelpaar hatte sich dort eingenistet. Nach einem Starkregen vor etwa drei Wochen war das Elternpaar verschwunden. Der Nachwuchs, schon gut in Gange, blieb verwaist zurück. Das beobachtete Luisa Ahlfeld und handelte, denn sie wollte einen qualvollen Hungertod der vier Jungen verhindern. Rat und Hilfe holte sie sich bei der Naturparkverwaltung im Drömling. Ein Mitarbeiter war auch vor Ort. Die junge Frau ging dann auf Fliegen- und Raupensuche im Garten, kaufte Mehlwürmer und begann, die vier mit einer Pinzette per Hand zu füttern. Die nahmen das auch sofort dankbar an. Etwas später, um ein vorschnelles Herausfallen aus dem Nest zu verhindern, kamen die putzigen Gesellen in eine tragbare Voliere. Irgendwie gelang es einer der Katzen, die auf dem Hof leben, die Vögel in der Voliere mächtig in Aufregung zu bringen. Da passierte das nächste Malheur. Einer der kleinen Piepser brach sich beim ängstlichen Umherfliegen ein Beinchen. Ein Tierarzt griff beherzt ein und verpasste dem Vogel eine winzige Schiene. Und jetzt kann er schon wieder wunderbar stehen, vorerst noch mit seiner Schiene. Zwei seiner Geschwister sind schon in die Freiheit entlassen worden. Die anderen beiden werden bald folgen. Fotos: privat