Das Gut Zichtau ist um eine Attraktion reicher: Dort gibt es seit diesem Jahr einen Hortensiengarten, den am Sonntagnachmittag zahlreiche Besucher bei einer Führung in Augenschein nahmen. Doch es gab noch viel mehr zu sehen.

Zichtau l Seit rund drei Jahren ist Linda Marschewski für das Gut Zichtau tätig. Doch vor so vielen Menschen wie am Sonntagnachmittag hat die 22-jährige Kalbenserin bislang selten gesprochen. Entsprechend groß war am Anfang die Aufregung, die sich jedoch von Minute zu Minute mehr legte.

Rund 70 Frauen und Männer waren zur ersten von zwei Führungen erschienen, die an diesem Tag im Zuge der Aktion "Gartenlandschaft Altmark" auf das Gut Zichtau lockten. Linda Marschewski hieß die Besucher am Küchengarten willkommen, in dem teils uralte Kräutersorten gedeihen, mit denen sich Speisen hervorragend würzen lassen.

Von dort ging es weiter zur sogenannten Zichter Boulette. Dabei handelt es sich um die Wurzel einer riesigen Blutbuche, die die Form eines großen Fleischklopses hat. Gleich nebenan wächst eine neue Blutbuche gen Himmel. Ob sie auch einmal so beeindruckende Maße erreicht wie jene Bäume, die den Lindendom des Gutes bilden, das bleibt aber erst einmal abzuwarten.

Vom Lindendom führte die angehende Landschaftsplanerin die Besucher dann weiter zu den "Niagarafällen der Altmark". So nämlich wird jener aufwändig wieder hergerichtete Wasserfall genannt, den es am Rande des Gutshofes gibt und der vom Schlossteich gespeist wird. Auch eine sogenannte Antistubenhockerbank lädt dort zum Verweilen ein.

Vorbei am denkmalgeschützten Gutspavillon und an der Informationstafel, die viel über die Geschichte des Gutes verrät, ging es dann weiter zum Hortensiengarten. Bei ihm handelt es sich um die neueste Attraktion des Gutsparkes, der nach altem Vorbild, aber auch mit vielen neuen Ideen wieder hergerichtet wird.

Der Hortensiengarten ist erst in diesem Jahr hinter dem Wirtschaftshof geschaffen worden. Allerdings ist der Weg dorthin nicht ganz leicht zu finden. Denn er führt durch ein Waldstück, das nicht zum Gut gehöre und in dem ergo nicht einfach Wege ausgebaut und Schilder aufgestellt werden könnten, wie Linda Marschewski die Besucher wissen ließ. Allerdings werde diesbezüglich nach einer Lösung gesucht, die alle Seiten zufriedenstelle.

Wechselvolle Geschichte

Vom Hortensien- ging es weiter zu den Mustergärten und zur Streuobstwiese sowie zum Pfefferminz- und zum Naschgarten des Gutes. Und Naschen war auch nach der Führung, in deren Rahmen Linda Marschewski viel über die wechselvolle Vergangenheit des Gutes und die Ambitionen des heutigen Besitzers Hasso von Blücher zu berichten hatte, angesagt. Denn da warteten Kaffee und Kuchen auf die Besucher.

Dass sie derart zahlreich erscheinen würden, damit hatte angesichts der vergleichsweise kühlen Witterung anfangs kaum jemand gerechnet. Aber es gibt auf dem Zichtauer Areal eben immer wieder etwas Neues zu entdecken.

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