Das Areal der Wernitzer Kiesgrube, das der Landesanglerverband Sachsen-Anhalt im Jahr 2010 erworben hat, darf von Unbefugten nicht mehr betreten werden. Damit möchten die Angler dem Vandalismus einen Riegel vorschieben.

Wernitz l Seit der Landesanglerverband die Wernitzer Kiesgrube gekauft hat, gibt es immer wieder Ärger. Mit Zeitgenossen, die dort ihren Müll entsorgen, die Grillpartys am Lagerfeuer feiern, laute Musik inklusive. An einer Seite war vor zwei Jahren eine massive Metallschranke errichtet worden, damit für den Besatz mit Fisch die Fahrzeuge näher ans Wasser fahren konnten. Weil aber auch andere mit ihren Fahrzeugen, besonders mit Quads, auf das Areal fahren wollten, zerstörten sie die Schranke. "In den zwei Jahren mussten wir sie fünf Mal reparieren", sagte Reiner Leppek, im Vorstand des Kreisanglervereins Gardelegen für Rechtsfragen zuständig, gestern bei einem Vor-Ort-Termin. Die Schranke wurde wieder abgebaut, die Zufahrt mit Erde zugeschüttet.

Davon, dass noch immer Partys dort gefeiert werden, zeugt ein großer Haufen, eine Mischung als Flaschen, Getränkedosen, Asche, Glasscherben und mehr - und das direkt in idyllischer Natur, direkt in Ufernähe.

Polizei und Ordnungsämter kontrollieren verstärkt

Dass so ein schöner Wasserfleck wie die Kiesgrube Wernitz "magisch die Gäste anzieht", versteht Reiner Leppek. Dass auch Badegäste kommen, gerade vor dem Hintergrund des geschlossenen Miester Freibades, störe nicht - wenn sie sich entsprechend vernünftig verhalten. Das macht aber nicht jeder, darum haben die Angler seit Jahren mit Vandalismus und Vermüllung auf dem rund 13 Hektar großen Areal zu tun. Es sei sogar dazu gekommen, dass Mitglieder der Angelgruppen DRK und Potzehne, die das Gewässer betreuen, unter Androhung von Gewalt weggetrieben wurden. Von einigen seien im vergangenen Jahr sogar Autos beschädigt worden. "Den Eigentümer von seinem Grundstück zu vertreiben, ist eine Frechheit, die ist durch nichts zu überbieten", sagte Reiner Leppek. Die Androhung von Gewalt sei von einer "Gruppierung ausgegangen, die voll auf Konfrontation gesetzt hat". Dabei handelte es sich um Angehörige der rechten Szene.

Nachdem sich die Situation im vergangenen Jahr zugespitzt hatte, wandten sich die Angler an die Polizei und die Ordnungsämter von Landkreis und Stadt. Im Juni dieses Jahres fand am See ein Treffen mit den Angesprochenen statt - und passender hätte das Bild an jenem Tag nicht sein können: Partygäste lagen noch schlafend in ihren Autos, am Strand stand der Grill, einige Würstchen noch darauf, darum lagen leere und volle Flaschen. Die Polizeibeamten vor Ort wurden gleich aktiv.

"Polizei und Ordnungsämter wollen uns unterstützen und ihre Kontrollen verstärken", nannte Reiner Leppek eine der Absprachen. Der Kreisanglerverein setzte seine Aufgabe gestern um: Es wurden 25 Schilder aufgestellt, die Unbefugten das Betreten des Privatgrundstückes des Landesanglerverbandes verbieten. "Es tut uns leid für die, die sich gesittet verhalten", sagte Leppek. Aber nur mit diesen Schildern sei es möglich, das Hausrecht des Eigentümers durchzusetzen und Anzeige zu erstatten. Betreten werden darf das Gelände jetzt nur von Mitgliedern des Landesanglerverbandes, von Gastanglern und Inhabern des Fischereischeines. Ein entsprechendes Schild am Zufahrtsweg soll noch von der Stadt aufgestellt werden.

 

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