Mit einem grünen Tisch ziehen Mitglieder der Gartenakademie Sachsen-Anhalt in den kommenden Monaten durch die Altmark. Bei den Auftritten soll für das Projekt "NaTür - Natur beginnt vor der Tür" und für ökologischen Gartenbau geworben werden.

Zichtau l Das Ziel ist ehrgeizig: Bis zum Ende der Aktion im Juni kommenden Jahres soll der grüne Tisch in allen Städten und Dörfern in der Altmark gestanden haben. Und in beiden Altmark-Landkreisen sind das zusammen immerhin mehr als 400 Orte. "Es ist bundesweit die erste Aktion, eine ganze Region unter diesen grünen Schirm zu packen", sagte Magnus Staehler, Projektleiter des Zichtauer Gutes, auf dem die Gartenakademie Sachsen-Anhalt ihren Sitz hat.

Der grüne Tisch - davon wird es demnächst mehrere geben, denn es werden fünf Gartenberaterinnen auf Tour gehen - wurde im Jugendförderungszentrum Gardelegen gebaut. Sein Aussehen fällt auf, denn die Tischplatte ruht auf einem Spaten und einer Harke, beide grün, und einem pinkfarbenen Stift. Bei Dorf- oder Stadtfesten, Erntefesten oder anderen Veranstaltungen in den Orten wollen die Berater mit dem grünen Tisch vor Ort sein. Dort bekommen Interessenten ein Infofaltblatt, an das ein Tütchen mit einer Saatmischung geheftet wird. "Am Ende gibt es dann auch eine Verlosung mit attraktiven Preisen", erklärte Christa Ringkamp von der Gartenakademie Sachsen-Anhalt.

"Wir wollen zeigen, wie wichtig das Thema ökologischer Garten für eine Region sein kann"

Christa Ringkamp, Gartenakademie

Die Städte in der Altmark haben bereits Post bekommen mit der Bitte, einen geeigneten Termin zu benennen. Bis Mitte 2015 sollen alle anderen Orte folgen. Denn das vom Land Sachsen-Anhalt aus dem Europäischen Sozialfond finanzierte Projekt "Grüner Tisch auf dem Weg durch die Altmark" läuft bis zum 30. Juni kommenden Jahres. Ziel ist es, Umweltbildungsarbeit zu leisten. "Wir wollen zeigen, wie wichtig das Thema Garten, wie wichtig der ökologische Garten für eine Region sein kann", sagte Christa Ringkamp. Das Bewusstsein für ein umweltfreundliches Handeln solle gefördert und gebildet werden. "Durch erste Handlungen der Bewohner vor der eigenen Haustür", sagte die Landschaftsarchitektin. Eines der Ziele ist dabei auch, die Artenvielfalt in den privaten Gärten und auf öffentlichen Grünflächen zu erhöhen.

Die in Niederösterreich - dort hat NaTür seinen Ausgangspunkt - und Zichtau ausgebildeten Gartenberater der Gartenakademie informieren in erster Linie über das Projekt "NaTür - Natur beginnt vor der Tür". Es sollen weitere Mitstreiter und Anwärter auf die Gartenplakette geworben werden. Es geht darum, den Garten bewusst ökologisch zu bewirtschaften: also ohne Pestizide, ohne Torf und ohne leichtlöslichen Mineraldünger. In öffentlichen Parks und Gärten kann so gegärtnert werden, aber auch in Privatgärten.

Seit dem NaTür-Projektstart im vergangenen Jahr wurden bereits 30 Gärten mit einem entsprechenden Zertifikat und einer Plakette belohnt, darunter der Schulgarten der Wander-Förderschule in Gardelegen.