Wenn nächste Woche wieder der Unterricht beginnt, dann ist an der Sekundarschule Kalbe einiges anders als zuvor. Nicht nur, weil der Schulhof in seiner bisherigen Form nicht mehr existiert, sondern vor allem, weil es eine neue Leitung gibt. Diese hat es sich jedoch zum Ziel gemacht, ganz im Sinne der im Juli verstorbenen Rektorin Kerstin Krekow zu wirken.

Kalbe l Ihre Tätigkeit an der Kalbenser Sekundarschule "Johann-Friedrich Danneil", die hatte sich Gabriele Hennigs anders vorgestellt. Die 54-Jährige führt seit einigen Wochen die dortigen Amtsgeschäfte. Dabei hatte sie sich doch für die Nachfolge des scheidenden, stellvertretenden Schulleiters Helmut Wienert beworben. Nun jedoch hat sie, vorläufig jedenfalls, die Nachfolge von Rektorin Kerstin Krekow übernommen. Denn diese, mit der sie im neuen Schuljahr eigentlich Seite an Seite agieren wollte, ist am 17. Juli nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.

Für Gabriele Hennigs ist dieses unvorhersehbare Ereignis noch immer schwer fassbar. Denn die beiden Frauen, die sich auf die gemeinsame Arbeit sehr gefreut hatten, kannten sich seit einer gefühlten Ewigkeit und standen sich auch persönlich sehr nahe. Die kommissarische Leitung der Schule nun so auszuüben, wie es wohl Kerstin Krekow selbst gemacht hätte, das betrachtet Gabriele Hennigs deshalb als eine besondere Herausforderung.

An ihrer Seite weiß sie dabei den Bismarker Sekundarschulleiter Ulf Gahrns. Der 54-Jährige kommt immer dienstags und donnerstags zur schulfachlichen Unterstützung, wie es offiziell heißt, nach Kalbe. Auch er hat Kerstin Krekow lange gekannt und zeitweise mit ihr zusammengearbeitet. Als Kollegin, so sagt der Salzwedeler, habe er sie außerordentlich geschätzt. Als sich abgezeichnet habe, dass sie krankheitsbedingt wohl längerfristig ausfallen würde und er gefragt worden sei, ob er für das erste Halbjahr des neuen Schuljahres in Kalbe helfen könne, da habe er nicht lange überlegt. "So konnte ich etwas zurückgeben", sagt Gahrns. Aber der Tod Kerstin Krekows sei dann für ihn und sämtliche Mitstreiter ein großer Schock gewesen.

Gahrns hat Gabriele Hennigs natürlich bei der Vorbereitung des neuen Schuljahres unterstützt. Eine große Hilfe seien ihr aber auch Amtsvorgänger Helmut Wienert sowie Kollege Helmut Schmundt gewesen, sagt die kommissarisch tätige Schulleiterin.

Gemeinsam mit Uwe Gahrns wird sie am Morgen des 4. Septembers im Zuge einer Zusammenkunft neben der Aula alle 214 Schüler an der Sekundarschule Kalbe begrüßen und sich vorstellen. "Denn wir sind die einzigen Neuen." Weitere Pädagogenzugänge gäbe es nicht, so Hennigs.

Sie selbst ist Lehrerin für Mathematik und Physik und war 30 Jahre lang an der Gardeleger Karl-Marx-Schule tätig. Erfahrungen in leitender Position hat sie dort gesammelt, als sie für ein Jahr kommissarisch das Amt der stellvertretenden Chefin inne hatte. Für ihre Arbeit in Kalbe hat sie sich noch einmal extra qualifiziert, indem sie spezielle amtsvorbereitende Maßnahmen absolvierte.

Aber alles geschah unter der Prämisse, als Stellvertreterin Krekows tätig zu werden. Wie lange Gabriele Hennigs nun kommissarisch die Schule leiten wird, steht noch nicht fest. Bei einem Pressegespräch im Juli hatte Schulrat Jürgen Kebernik, Leiter der Gardeleger Nebenstelle des Landesschulamtes, allerdings keinen Zweifel daran gelassen, dass die Rektorenstelle in absehbarer Zeit neu auszuschreiben ist.