Sie ist die neue Standesbeamtin der Einheitsgemeinde Stadt Kalbe. Doch gestern ließ sie sich selbst dort trauen: Aus Kristin Schulz wurde Kristin Melzian. Morgen findet die kirchliche Hochzeit statt.

Kalbe l "Sie brauchen sich gar nicht mehr an meinen Nachnamen gewöhnen. Der ändert sich sowieso bald." Das hatte die Kalbenser Standesbeamtin Kristin Melzian, die zu diesem Zeitpunkt noch Schulz hieß, kürzlich im Stadtrat erklärt, als sie sich dort kurz persönlich vorgestellt hatte.

Die 29-Jährige hat nämlich offiziell zum 1. August die Nachfolge der bisherigen Standesbeamtin Hannelore Beneke angetreten, die in die passive Phase der Altersteilzeit gewechselt ist. Und inzwischen nimmt die junge Frau auch Eheschließungen in der Einheitsgemeinde Kalbe vor. Gestern jedoch hat sie selbst geheiratet: nämlich ihre langjährige Liebe, Dirk Melzian aus Brietz.

Da die Braut aber aus Siepe stammt und dies bekanntlich seit einigen Jahren zu Kalbe gehört, ließ sich das Paar nun auch im dortigen Rathaus trauen. Und zwar von Margitta Weisbach, die sonst die rechte Hand von Bürgermeister Karsten Ruth ist. Sie besitzt ebenfalls die notwendigen Qualifikationen. Und schließlich kann sich eine Standesbeamtin ja schlecht selbst das Ja-Wort abverlangen.

Morgen jedoch werden sich Kristin und Dirk Melzian noch einmal zueinander bekennen. Und zwar vor Gott. Dazu werden sie vor den Traualtar der Marienkirche Salzwedel treten. Das frisch gebackene Ehepaar lebt nämlich seit kurzem gemeinsam in der Kreisstadt. Zuvor war es in Hamburg zu Hause. Doch es wollte zurück in die alte Heimat. Und während Kristin Melzian am 1. April ihre Arbeit im Kalbenser Rathaus antrat, hat ihr 31-jähriger Gatte im Raum Salzwedel eine Anstellung im Bereich Qualitätssicherung gefunden.

Kennen gelernt hatten sich die beiden schon vor rund sieben Jahren beim Maifeuer in Cheine. Doch so richtig gefunkt hatte es dann erst bei einer Party in Lüneburg. Kristin Melzian war dort zu der Zeit als Verwaltungsfachangestellte beim Landkreis beschäftigt.

Inzwischen hat sie alle notwendigen Lehrgänge für die Tätigkeit als Standesbeamtin hinter sich gebracht. Und sie hat auch schon mehr als zehn Trauungen vorgenommen. "Die ersten Drei gleich an einem Tag. Das war am 13. Juni und natürlich sehr aufregend", erinnert sich die junge Frau.

Aufregend war aber vor allem der gestrige Tag, selbst wenn die ganz große Feier erst noch vor ihr und ihrem frisch angetrauten Ehemann liegt. Denn die beiden erwarten zu ihrer Hochzeitsfeier, die morgen nach der kirchlichen Trauung stattfindet, rund 90 geladene Gäste.

Mit den Kollegen aus dem Kalbenser Rathaus wurde aber gestern bereits angestoßen. Anschließend stiegen - als Geschenk der Brauteltern - weiße Tauben vor dem Standesamt auf. Sie sind das Symbol der Liebe und des gemeinsamen Glücks. Und das wünscht Kristin Melzian nicht nur sich und ihrem Mann, sondern allen, die sie dort künftig in den Hafen der Ehe lotsen wird.