Der Zweckverband Breitband Altmark begrüßt die "Digitale Agenda" der Bundesregierung. In den nächsten Wochen soll der Netzbetreiber für den altmarkweiten Breitbandausbau präsentiert werden.

Salzwedel l Die neue Internetstrategie der Bundesregierung fordere Kommunen, Land und Bund auf, sich des Themas "Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes in ländlichen Regionen" anzunehmen. Daher sei sie begrüßen, sagt Axel Schulz, der beim Altmarkkreis für den Breitbandausbau zuständig ist. "Wenn dieser Ansatz jetzt durch weitere Förderung und auf ländliche Regionen zugeschnittene Finanzierungsprogramme unterstützt wird, dann sind das wichtige Signale", sagt er. Als Stichwort sei die "Premiumförderung" genannt worden. Er gehe davon aus, dass es sich um langfristige zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) handele. Wie das Ganze ausgestaltet werden soll, sei noch nicht abschließend definiert. Es sei aber sehr wahrscheinlich, dass der Zweckverband davon profitieren könne.

"Unser Netz wird kommen"

Axel Schulz

Das Projekt des Breitbandausbaus in der Altmark basiert auf einer Refinanzierung über Pachteinnahmen für das Glasfasernetz von einem Netzbetreiber. Der Partner des Verbandes dafür werde demnächst vorgestellt. Wann genau könne er derzeit nicht sagen, da noch einige Formalien und Stellungnahmen von Aufsichtsbehörden ausstünden, erklärt Schulz. Zuvor hatte es im vergangenen Jahr eine europaweite Ausschreibung und anschließend das langwierige Vergabeverfahren gegeben (wir berichteten).

Als nächste vorbereitende Maßnahme wird ein so genanntes altmarkweites Tiefbaukataster erstellt. Darin sollen alle in den kommenden Jahren von Kommunen, Energie- und Wasserversorgern oder anderen Institutionen geplanten Tiefbaumaßnahmen erfasst werden, um Synergieeffekte zu nutzen. Das bedeutet, dass die Glasfaserkabel für die Breitbandanschlüsse bei entsprechenden Erdarbeiten gleich mitverlegt werden. "Das ist nicht in jedem Fall möglich. Dennoch können wir damit hohe Kosten sparen", begründet er. In welchen Regionen der Ausbau starte hänge auch davon ab, wo die Kabel kostengünstig in die Erde gebracht werden können.

Dass Kabel Deutschland aktuell in Salzwedel ab Oktober Internet und Telefon mit Übertragungsraten von bis 100 Mbit pro Sekunde über das Fernsehkabel anbieten will, gefährde das Vorhaben des Verbandes nicht. Es sei ein normales Marktgeschehen, ein Wettstreit unter den Anbietern. "Die gehen nicht dahin, wo nur 15 Einwohner je Quadratkilometer leben, aber genau das wollen wir. Unser Netz wird kommen", sagt Schulz bestimmt. Und es sei hochwertiger, ermögliche weitaus höhere Geschwindigkeiten als die bereits vorhandenen Netze in den Städten.

Der Breitbandbedarf werde steigen, zum Beispiel beim Fernsehen. "Um dieser technologischen Entwicklung und einem effizienten Mitteleinsatz gerecht zu werden, ist es wichtig, dass jetzt in die leistungsfähigste und nachhaltigste Breitbandtechnologie investiert wird", betont er.