Als Wohnstandort ist Gardelegen offenbar noch immer beliebt. Denn die Nachfrage nach Bauland ist weiterhin vorhanden. Darum sollen weitere Plätze für Eigenheime ausgewiesen und vorbereitet werden.

Gardelegen l Sieghard Dutz, Stadtrat in der Linke-Fraktion, fasste es treffend zusammen: "Eigenheime sind immer gut. Denn wer sich hier ansiedelt, der bleibt in Gardelegen." Dem schloss sich der Vorsitzende des Bauausschusses, Gustav Wienecke (Gemischte Fraktion), an: "Wir wollen jungen Leuten keine Steine in den Weg legen. Wir können den demografischen Wandel nicht aufhalten, vielleicht aber etwas drücken", sagte der Wannefelder während der Sitzung des Bauausschusses am Montagabend. Beide Meinungen waren mehrheitsfähig, und so gab es während der Sitzung ohne lange Diskussionen einstimmig oder mehrheitlich die Empfehlung an den Stadtrat, den Beschlussvorlagen zuzustimmen.

34 Bauplätze für Gebiet Am Kämmereiforst geplant

In gleich mehreren Vorlagen, über die der Stadtrat am Montag, 15. September, zu entscheiden hat, geht es um neue Bauplätze für Eigenheime. Dass es auch in den vergangenen Jahren Bedarf gegeben hat, zeigen die Zahlen. So gab es 2011 insgesamt 29 Bauanträge, 13 für die Kernstadt und 16 in den Ortsteilen. 2012 gingen bei der Stadt 39 Bauanträge ein, 17 für die Kernstadt und 22 für die Ortsteile. Im vergangenen Jahr wurden 28 Bauanträge gestellt und genehmigt, 13 für die Kernstadt und 15 für die Ortsteile. Und noch immer melden sich Bauwillige. Allein für die Kernstadt liegen derzeit 25 Anträge auf Bauland vor, teilte die Stadtverwaltung mit. Die meisten möchten am Wohnstandort Am Kämmereiforst bauen. Darum sollen dort weitere Plätze angeboten werden.

Die Fachausschüsse und der Stadtrat beschäftigen sich in dieser Sitzungsrunde mit der Satzung für einen Bebauungsplan für den Standort. Die Stadt möchte das Areal erschließen und 34 Baugrundstücke mit Größen zwischen 660 und 1200 Quadratmetern anbieten. Stimmt der Stadtrat zu, soll mit dem ersten Bauabschnitt der Erschließung schon im kommenden Monat begonnen werden.

Am Wohnstandort Ipser Weg II möchte der Eigentümer Flächen, die bisher teilweise nur als Garten genutzt werden, zu Bauflächen machen. An der Letzlinger Landstraße, direkt am Ortsausgang in Richtung Lindenthal, soll ein Einfamilienhaus errichtet werden. Und in direkter Nachbarschaft zum Volkshaus sollen zwei Einfamilienhäuser gebaut werden.

Neue Halle für die Lebenshilfe

Nicht nur um Eigenheime, sondern um den Bau einer Lagerhalle im Mischgebiet an der Bismarker Straße (Gewerbegebiet Nord) ging es in einem anderen Tagesordnungspunkt. Die Lebenshilfe Altmark-West gGmbH möchte auf ihrem Grundstück Am Lindenberg, auf dem sich eine Werktstatt für Menschen mit Behinderungen befindet, eine Lagerhalle bauen. Dort sollen die in der Werkstatt hergestellten Teile für die Automobilindustrie gelagert werden.

Die Halle und damit zusätzliche Lagerkapazitäten seien notwendig, um weiterhin einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können, heißt es in der Begründung zur Beschlussvorlage, mit der sich die Fachausschüsse derzeit befassen. Seitens der Lebenhilfe wird die Notwendigkeit der Halle zudem mit der Einhaltung der Arbeitssicherheitsrichtlinien begründet. Mit sieben Ja-Stimmen bei einer Enthaltung passierte der Beschlussvorschlag am Montag problemlos den Bauausschuss.