Böschungen in Cheinitz, Zethlingen und Kalbe sind in den vergangenen Tagen zu illegalen Müllkippen geworden. An allen drei Orten wurde Asbest abgekippt. Entsorgen muss der Kreis - die Kosten bleiben an allen Einwohnern hängen, nur die Schuldigen werden selten gefunden.

Kalbe l Es ist ein Anblick, über den sich wohl jeder ärgert, der vorbeifährt: Am Ortsausgang Kalbe, Richtung Engersen, liegt seit Tagen ein großer Berg Asbest-Wellplatten, offenbar bewusst abgeladen von einem Mitbürger, der den Sondermüll, denn als solches gilt Asbest, hier kostengünstig entsorgen wollte.

"Da drängt sich fast der Verdacht auf, dass es sich um ein- und dieselbe Person handelt."

Denselben Gedanken hatten aber vermutlich noch andere im Bereich der Einheitsgemeinde: "Bei uns sind in den vergangenen Tagen gleich drei Hinweise eingegangen, dass Asbest illegal abgeladen wurde", informiert Ordnungsamtsmitarbeiterin Anette Zenker auf Nachfrage. Neben Kalbe waren auch in den Ortslagen Zethlingen und Cheinitz Asbestplatten abgekippt worden. Angesichts der zeitlichen Nähe dränge sich "fast der Verdacht auf, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt", so Zenker.

Auch wenn für sie die Sache nur eine Verwaltungsangelegenheit ist - die Hinweise gehen nämlich samt einer genauen Lagebeschreibung direkt ans Umweltamt des Altmarkkreises - ärgert sich auch die städtische Mitarbeiterin über solche Aktionen. Denn natürlich, so bestätigt Zenker, entstünden durch die Beseitigung durch den Altmarkkreis auch Kosten, die dann auf alle Bürger umgelegt werden müssten.

Leider gelinge es zudem nur selten, die Verursacher zu ermitteln. Selbst wenn es Zeugen gebe, "sind wir immer in der Beweispflicht", erläutert sie. Und das gilt sogar dann, wenn im Müll eindeutige Hinweise auf den Eigentümer zu finden sind. Auch so etwas komme zuweilen vor, versichert Zenker. In Einzelfällen überprüfen die Kalbenser Ordnungsamtsmitarbeiter solche illegalen Deponien nämlich selbst und finden manchmal sogar Adressangaben. Selbst in diesem Fall sei es aber nicht immer möglich, den Beweis anzutreten, dass der Eigentümer der Abfälle auch gleichzeitig der Umweltsünder ist. "Das ist kein leichtes Unterfangen."

Allen, die nun darauf vertrauen, auf jeden Fall straffrei auszugehen, kann Anette Zenker indes etwas entgegensetzen: "Wir haben auch schon mal jemanden erwischt." Hinweise auf Umweltverschmutzer nehme das Amt deshalb immer entgegen.