Wenn der Kreis-Umweltausschuss am heutigen Dienstag zu seiner ersten Sitzung nach der Wahl zusammenkommt, steht das Thema Biotonne nicht auf der öffentlichen Tagesordnung. Die Volksstimme fragte in der Kreisverwaltung nach, wie es mit der Abfallbeseitigung im Kreis weitergehen soll.

1. Der Kreis hat eine Hausmüllanalyse vornehmen lassen, um festzustellen wie viel biologische Abfälle sich darin befinden, wie ist das Ergebnis?

Das Gebiet des Altmarkkreises wurde in drei unterschiedliche Siedlungsstrukturen gegliedert: Großwohnanlagen (10 Prozent der Bevölkerung), Stadtgebiete (Ein- und Zweifamilienhäuser - 50 Prozent der Bevölkerung) und Ländlicher Bereich (40 Prozent der Bevölkerung). Für die Untersuchung des Hausmülls wurden jeweils Stichproben aus diesen drei Siedlungsstrukturen untersucht. Analysiert wurden insgesamt rund 9700 Kilogramm Hausmüll. Es wurden 42 Prozent organische Abfälle in den Tonnen festgestellt. Neben Garten- und Küchenabfällen waren auch nicht kompostierbare Anteile (Knochen) darunter. Die höchsten Organikmengen wurden im Hausmüll aus Großwohnanlagen festgestellt. Dies ist insofern nachvollziehbar, weil in dieser Struktur die Möglichkeit für die Eigenkompostierung nicht gegeben ist.

2. Per Gesetz ist die Biotonne ab 2015 Pflicht, der Kreis wollte eine Ausnahme beantragen, wie ist der Stand?

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz fordert die getrennte Erfassung der Bio- und Grünabfälle flächendeckend ab dem Jahre 2015. Der Altmarkkreis hat bislang keine Biotonne eingeführt. Dennoch gibt ein System zur getrennten Annahme von Grünabfällen, welches derzeit an sechs Orten den Bürgern die Möglichkeit einräumt, ohne zusätzliche Kosten Grünschnitt abzugeben. Im Rahmen der getrennten Erfassung von Grünabfällen hat sich das Aufkommen von 976,43 Tonnen im Jahr 2005 auf 4956 Tonnen im Jahr 2013 gesteigert. Das sind durchschnittlich 57,45 Kilogramm je Einwohner. Die Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes wird dem Kreistag planmäßig 2015 vorgelegt. Im Anschluss daran wird eine Beschlussempfehlung zum Einsammeln und Verwerten biologischer Abfälle vorgelegt. Das Landesverwaltungsamt ist in das jetzige Verfahren involviert.

3. Wie geht es weiter mit der Mechanisch-Biologischen-Abfallbeseitigungsanlage (MBA), ist sie wieder in Betrieb? Soll die biologische Stufe repariert und erneut betrieben werden?

Die MBA als technische Gesamtanlage war nie außer Betrieb. Die vorübergehende Stilllegungsanzeige für den biologischen Teil ist befristet bis zum 31. Dezember 2014. Derzeit wird geprüft, inwieweit eine Verlängerungsanzeige gestellt wird, um die endgültige Entscheidung in das Gesamtkonzept einfließen zu lassen.

4. Was passiert mit dem Hausmüll aus dem Altmarkkreis? Soll er weiterhin verbrannt werden, wie es ja der ehemalige Geschäftsführer der Deponie GmbH veranlasst hatte?

Bis zum 31. Dezember wird der Hausmüll vertraglich gebunden zur Verbrennungsanlage gebracht. Eine Entscheidung über das Jahr 2014 hinaus wird derzeit vorbereitet.

5. Was ist mit der Rücknahme der Schlacke?

Die Schlackerücknahme wird in der geplanten Größenordnung nicht vollzogen. In Bedarfsfällen und nach Vorlage von Analysen wird punktuell Schlacke, sofern sie zum Einbau notwendig ist und kein geeignetes Material zur Verfügung steht, von der Deponie GmbH angenommen.

6. Wie soll die Deponie GmbH künftig ausgerichtet sein?

Die Erfassung von Rest- und Sperrmüll im Landkreisgebiet erfolgt seit dem 1. Januar im Rahmen einer Inhousevergabe über die kreiseigene Deponie GmbH. Die Entscheidung über weitere Sparten wie Pappe-Papier/Kartonagen und Biotonne ist entsprechend der Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzeptes der Entscheidung des Kreistages vorbehalten.

7. Wie kann es gelingen, das Minus von 778000 Euro des Kalkulationszeitraumes 2011 bis 2013 für die Abfallgebühren aufzufangen und zu verhindern, dass erneut ein Defizit entsteht?

Gebührenhaushalte unterliegen immer Schwankungen. Insofern ist die Unterdeckung 2013 in die Kalkulation 2014 eingeflossen. Kostensteigerungen sind berücksichtigt worden.