Zwei Lehrerstellen für das Gardeleger Geschwister-Scholl-Gymnasium blieben zum Schulbeginn unbesetzt. Der Direktor hofft auf kurzfristige Lösungen, denn nur so könnten die gestrichenen Stunden wieder in den Plan aufgenommen werden.

Gardelegen l 675 Schüler lernen derzeit am Gardeleger Geschwister-Scholl-Gymnasium. Nicht alle von ihnen haben den Stundenplan mit der Anzahl an Stunden, den sie haben sollten. Es fallen zwar keine Stunden aus, aber es gibt eine Unterrichtsverkürzung, so dass einige Stunden einfach nicht erteilt werden.

Diese Probleme schilderte Direktor Dietmar Collatz am gestrigen Montag dem Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD), der das Gymnasium besuchte.

Ein Französischlehrer zu wenig

Konkret geht es um die Fächer Französisch und Religion. In Französisch werden in den Klassenstufen sieben, acht und neun statt der vorgeschriebenen vier Stunden nur drei erteilt. Anders sei es zurzeit nicht möglich, da nur zwei Französischlehrer am Gymnasium seien. Die höheren Klassen sind "mit Blick auf die Abiturvorbereitung" nicht von der Verkürzung betroffen, so Collatz. Für die vollen Stunden in den unteren Klassen müssten es drei Französischlehrer sein. Der Punkt, der schon mit Blick auf das nächste Schuljahr Sorge bereitet ist, dass eine Französischlehrerin am Ende des Schuljahres aus Altersgründen ausscheiden wird.

Betroffen ist auch der Religionsunterricht. Es gibt nur einen Lehrer, "und daher können wir in den Klassenstufen fünf bis neun nicht zwei Stunden pro Woche, sondern nur eine erteilen", so Collatz. Im Idealfall könnten die weniger erteilten Stunden im Folgejahr nachgeholt werden, aber das sei eher Theorie und in der Praxis kaum umzusetzen, sagte der Direktor. Im vergangenen Schuljahr war es laut Collatz das erste Mal in der Geschichte des Gymnasiums, dass Unterricht in den unteren Klassen das erste Mal gekürzt werden musste, in diesem Jahr nun erneut.

Zurzeit unterrichten 50 Lehrer am Geschwister-Scholl-Gymnasium, drei von ihnen kamen mit Schuljahresbeginn neu dazu. Zwei ausgeschriebene Stellen blieben unbesetzt. Dorgerloh sagte dazu gestern auf Anfrage, "dass die zwei Stellen ausgeschrieben bleiben". Im vergangenen Schuljahr sei es so gewesen, dass die unbesetzten Stellen "in den ersten Wochen des Schuljahres besetzt werden konnten" und darauf werde nun gehofft.

Grundsätzlich sei es am Gardeleger Gymnasium so, dass der Unterricht abgesichert sei. Es seien auch ausreichend Lehrer an der Schule tätig, so der Minister. Problem sei dabei jedoch immer, dass wir "fachbezogen planen und unterrichten", erläuterte Collatz. Gerade Fächer wie Französisch, Kunst, Religion seien Mangelware.

Der Minister sagte, dass es grundsätzlich schwierig sei, Lehrer in die Region zu locken. Dabei "verbeamten wir und haben unbefristete Stellen, das bieten andere nicht", verdeutlichte er. Eine Änderung soll es künftig bei den Einstellungen von Lehrern geben. Dorgerloh: "Wir werden ganzjährig einstellen." Außerdem gebe es Ideen, um Lehrkräfte für spätere Aufgaben zu binden. Referendare sind zurzeit nicht am Gymnasium tätig.