Trotz deutlich sinkender Einwohnerzahl hält der Wasserverband Gardelegen seit Jahren die Menge des Trinkwasserverkaufes fast konstant. Auch bei den Gebühren weisen die Statistiken eine jahrelange Konstanz aus.

Gardelegen l Gab es Mitte der 1990er Jahre im Gebiet des Wasserverbandes Gardelegen rund 38500 Einwohner, waren es im vergangenen Jahr nur noch knapp 31800 Einwohner. Das macht einen Rückgang von 17 Prozent. "Im Schnitt ging uns pro Jahr ein Prozent der Kunden verloren", sagte Verbandesgeschäftsführerin Katja Rötz am Montag im Gespräch mit Landrat Michael Ziche. "Aber trotzdem haben wir seit 1998 einen fast gleichen Wasserverkauf", berichtete die Geschäftsführerin und nannte konkrete Zahlen: 1994 wurden 1,51 Millionen Kubikmeter Wasser verkauft, im vergangenen Jahr waren es sogar 1,6 Millionen Kubikmeter - ein Plus von sechs Prozent.

Auch im Sommer keine Versorgungsengpässe

Gründe dafür gebe es mehrere, erklärte Katja Rötz. Zum einen profitiere der Verband von Industrie und Gewerbe, die entsprechende Mengen abnehmen, zum anderen habe es Veränderungen bei den Konsumenten gegeben. "Es nimmt zum Beispiel zu, dass die Leute sich Gartenzähler installieren lassen und zum Wässern Wasser vom Verband beziehen", sagte sie. Ein zweites Beispiel: Der Swimmingpool wird immer beliebter. Prognosen, wie es künftig mit dem Trinkwasserverkauf weitergehen wird, seien schwer zu geben, sagte die Verbandsgeschäftsführerin: "Aber im Moment sind wir damit sehr zufrieden."

Zufrieden sei sie auch damit, seit Jahren eine gewisse Konstanz bei den Trinkwasser-Gebühren zu haben. Von 2010 bis 2012 kostete der Kubikmeter 0,90 Euro. 2013 wurde der Betrag - auch wegen des sogenannten Wassercents für das Land - angehoben auf 1,05 Euro pro Kubikmeter. "Ich denke, dass wir auch künftig so um einen Euro liegen werden", sagte Katja Rötz. Die Trinkwasser-Grundgebühr beträgt seit 2004 konstant vier Euro je Monat. Bei der Versorgung gebe es - auch im Sommer - unter normalen Bedingungen keine Probleme, ergänzte Frank Hellmann, technischer Leiter des Wasserverbandes.

Beim Schmutzwasser gibt es seit 2004 sogar eine leichten Rückgang bei den Gebühren. Musste der Kunde 2004 noch 3,03 Euro zahlen, sind es heute 2,65 Euro.

Investitionen meist aus dem eigenen Haushalt

Die monatliche Grundgebühr beträgt seit 2004 drei Euro. In der Zukunft könnte es aber wieder zum Anstieg bei den Gebühren kommen, erklärte Katja Rötz. Hintergrund ist die Diskussion, ob der Klärschlamm, der heute auf Äckern verteilt werden darf und wird, künftig auf entsprechenden Deponien verbrannt werden muss.

Während des Gespräches am Montag mit Landrat Michael Ziche, an dem auch der Vorsitzende der Verbandsversammlung des Wasserverbandes Gardelegen, Kai-Michael Neubüser, teilnahm, waren auch die Investitionen ein Thema. Etwa 900000 Euro im Schmutzwasserbereich und zirka 700000 Euro im Trinkwasserbereich investiert der Wasserverband Gardelegen jährlich - hauptsächlich aus eigenem Haushalt, denn für Sanierungen gibt es kein Fördergeld, nur für Neubauten.

Um die Kosten möglichst gering zu halten, beteiligt sich der Verband gern an Gemeinschaftsprojekten wie zuletzt an der Burgstraße und aktuell an der Weteritzer Landstraße in Gardelegen oder der Schulstraße in Kalbe.

"In Zukunft werden wir vermutlich alles aus Eigenmitteln finanzieren müssen", erklärte die Geschäftsführerin. Das hätte aber den Vorteil, "dass man flexibler bauen kann". Denn einige Gemeinschaftsvorhaben wurden oder werden seit Jahren immer wieder verschoben, weil einer der Partner seinen Anteil nicht aufbringen kann. Dennoch würde sie sich wünschen, dass die Wasserverbände bei Investitionen Unterstützung vom Land - zum Beispiel aus den Einnahmen des Wassercents - bekommen würden, um dadurch die Gebühren stützen zu können.