"Der grüne Tisch auf dem Weg durch die Altmark" - mit diesem neuen Beratungsangebot will die Gartenakademie Sachsen-Anhalt altmärkische Garten- und Naturfreunde nun komplett erreichen. In 430 Orten der Altmark wird dazu der grüne Tisch Station machen. Am Montag stand er auf dem Rathausplatz.

Gardelegen l Grün ist er, aus Holz und hat drei Beine - der grüne Tisch der Gartenakademie Sachsen-Anhalt mit Sitz auf Gut Zichtau. Die Beine allerdings sind keine Tischbeine, sondern Spaten und Harke - in grün - und ein Bleistift - in rosa. Spaten und Harke als Synonym für fröhliches Gärtnern, der Stift soll ein Symbol für die richtige Gartenplanung sein. Und darum geht es auch bei der Aktion "Der Grüne Tisch auf dem Weg durch die Altmark", ein Beratungsangebot, mit dem die Gartenakademie die breite Öffentlichkeit erreichen und für ökologisches Gärtnern interessieren und sensibilisieren will. Denn im Rahmen der Aktion werden die Gartenbotschafter der Gartenakademie mit dem grünen Tisch im September und Oktober und dann wieder ab März 2015 in 430 Orten der Altmark Station machen. Beginnend in den "Hauptstädten der Altmark", wie Gardelegen und Salzwedel, bis in die kleinsten Orte hinein, wie es Christa Ringkamp von der Gartenakademie formulierte.

Am Montag war Ringkamp mit dem Prototyp des grünen Tisches, angefertigt vom Gardeleger Jugendförderungszentrum, auf dem Rathausplatz, um Interessenten über die Aktion "Natur im Garten - NaTür - Natur beginnt vor der Tür" zu informieren. Konkret geht es dabei um umweltfreundliches Arbeiten in Gärten, Parks und Anlagen von öffentlichen und privaten Einrichtungen, wie etwa von Kindertagesstätten.

"Wir wollen informieren, wie man ökologisch arbeiten kann, ohne den Einsatz von Torf, Giften und leichtlöslichen Mineraldüngern", erläuterte Ringkamp. Denn das seien auch Kriterien für die Plakette Natur im Garten, ebenso bestimmte Elemente, wie Wildstrauchhecke, Laubbäume, Blumen, Sträucher, Komposthaufen, Gemüse, Obst und Kräuter.

"Viele fragen dann, ob das alles auch auf einer Fläche von 200 Quadratmetern geht. Ja, es geht. Ein Holunderstrauch zum Beispiel würde schon reichen. Dann hätte man schon ein Wildstrauchgewächs im Garten", sagte Ringkamp. Anwärter für die Gartenplakette zu werben, auch das sei ein Anliegen der Aktion Grüner Tisch.

In Niederösterreich - dort wurde das Konzept entwickelt - hätten bereits 11000 Gärten diese Plakette. In der Altmark seien es bisher 30 Gärten. Im Oktober kommen weitere dazu. Vor allem Kindertagesstätten werden die Plaketten erhalten. Mit den Kitas, darunter Lind-stedt, Jävenitz, Kakerbeck, Kalbe und 13 aus dem Beetzendorfer Raum, laufe darüber hinaus noch ein gesondertes Gartenprojekt. Die Kitas würden unter anderem Gartengeräte und Obstbäume erhalten. Im Oktober soll eine Zwiebelsteckaktion gestartet werden. Am 6. Oktober ist dazu ein Workshop auf Gut Zichtau geplant für die Kitas, die sich bereits am Projekt beteiligen. Im März des kommenden Jahres findet ein Workshop für alle Interessenten des Kita-Projektes statt.

Darüber hinaus wird in Zichtau nahe der Gaststätte ein großer Schulgarten angelegt. Dieser soll vor allem für das Projekt Garden Sniffers genutzt werden. Im Rahmen dieses Projektes sollen Schüler für das ökologische Gärtnern interessiert werden - bis hin zur Ernte und zur Verarbeitung von Obst und Gemüse zu leckeren Mahlzeiten - die dann auch gemeinsam verzehrt werden. Bei den Garden Sniffers macht auch die Gardeleger Karl-Marx-Sekundarschule mit.

Das neue Beratungsangebot mit dem grünen Tisch wird unter anderem vom Land Sachsen-Anhalt und mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie von lokalen Akteuren gefördert. Das Projekt für die Nachwuchsgärtner wird unterstützt unter anderem von Lotto Toto, der Stiftung Zukunft Altmark und der Stiftung Deutscher Umwelt- und Klimaschutz.