Gut besucht war am Sonnabend der elfte Reha-Tag der Kalbenser Median-Klinik. "Der onkologische Patient - Rückkehr in Alltag und Beruf ist das Ziel" war dieses Mal Thema des Reha-Tages. Dazu gab es ein Rahmenprogramm mit Info-Ständen und Angeboten zum Ausprobieren.

Kalbe l Rehabilitation oder kurz Reha steht für Wiedereingliederung. Für den Kalbenser Reha-Tag bedeutet Reha außerdem "Rechtzeitig handeln". Durchaus ein Wortspiel, das zum Reha-Tag passt, denn Schwerpunktthema des Beratungs-, Informations- und Erfahrungsaustauschangebotes war die Rückkehr von Menschen nach einer Tumorbehandlung in den Alltag, in den Beruf. Und dabei gilt es durchaus, rechtzeitig zu handeln. Eröffnet wurde der Reha-Tag von Mädchen und Jungen des Kalbenser Hortes Abenteuerland, eine Pateneinrichtung der Median-Klinik. Viel Beifall gab es für die Präsentation des Kalbe-Liedes, das der Hort selbst geschrieben hat. "Ein sehr schönes Lied über Kalbe mit der Altstadt, der Milde, dem Storchennest und den Krähen", schwärmte Anne Haase, Hausdame der Klinik. Für Humor und Unterhaltung sorgte zudem Liesbeth Koslowski aus Schönebeck alias Josefine Lemke. Sie war selbst dort einst Reha-Patientin und kehrt nun regelmäßig in die Einrichtung zurück, um die Patienten zu unterhalten.

Ein Handbad in Linsen, Erbsen und warmem Wachs

Es folgten dann mehrere Fachvorträge, unter anderem über Möglichkeiten, Therapiefolgen nach Operation, Strahlen- und Chemotherapie zu lindern, über Naturheilverfahren und Hilfsmöglichkeiten im Alltag daheim.

Dazu gab es mehrere Angebote zum Ausprobieren im sportlichen Bereich und im Bereich der Physio- und Ergotherapie. Bei Kathrin Fromm-Soltau aus Jeseritz, Physiotherapeutin in der Median-Klinik, erfuhren die Besucher vieles über die heilende Wirkung von Quark. Ergotherapeutin Julia Bastian erläuterte die wohltuende Wirkung von Wahrnehmungsbädern - das spürten sowohl Patienten als auch gesunde Menschen beim Eintauchen der Hände in mit Erbsen oder Linsen gefüllte Behälter oder bei den thermischen Wärmebädern.

Im Foyer der Einrichtung waren verschiedene Info-Stände aufgebaut. Dazu gehörten auswärtige, wie etwa die Sachsen-Anhaltinische Krebsgesellschaft, aber auch klinikeigene Angebote, wie der Sozialdienst und die Ernährungsberatung. Darüber hinaus gab es kostenlose Blutdruckmessungen, Hörtests sowie Stände mit Bastelarbeiten, Handarbeiten und Büchern.

Kartoffelsuppe und leckeres Dessertbüfett

Zum Abschluss gab es - wie in jedem Jahr - ein Mittagsbüfett mit der, so Anne Haase, mittlerweile schon berühmten Kartoffelsuppe mit Würstchen und einem großen Dessertbüfett - für alle Besucher, Patienten, Klinikmitarbeiter und Standbetreuer kostenfrei.

Der Deutsche Reha-Tag war vor elf Jahren ins Leben gerufen worden. Seitdem beteiligt sich auch die Kalbenser Median-Klinik an diesem Tag. Der findet eigentlich am 27. September statt. "Wir haben aber aufgrund des Steinfelder Bauernmarktes, der an diesem Wochenende stattfindet, unseren Reha-Tag vorverlegt", sagte Anne Haase.

Die Themen werden jährlich im Wechsel von der Orthopädie und der Onkologie festgelegt. In diesem Jahr war die Onkologie an der Reihe unter der Regie von Chefärztin Dr. Katharina Molenda. Ziel sei es, aufzuklären, zu informieren über Krankheiten, Vorsorge, Nachsorge, Hilfsangebote und Betreuungsmöglichkeiten für Patienten und deren Familien.

In der Kalbenser Reha-Klinik werden durchschnittlich 200 Patienten betreut. Die Klinik besteht seit 19 Jahren. Im nächsten Jahr, zum 20-jährigen Bestehen, soll dann groß gefeiert werden, kündigte Hausdame Anne Haase an. In welcher Form, das sei derzeit noch offen.

   

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